Apple arbeitet bei seiner neuen KI-Generation enger mit Google zusammen als bisher bekannt: Gemini-Modelle, Google-Rechenzentren und Nvidia-GPUs spielen künftig eine Rolle. Gleichzeitig betont Apple, dass diese Kooperation nicht bedeute, dass Google Zugriff auf Nutzerdaten erhält.
Auf einer Veranstaltung im Apple Park erklärte Softwarechef Craig Federighi ungewöhnlich direkt, wie Apple den Spagat zwischen externer KI-Infrastruktur und Datenschutz absichern will. Die Zusammenarbeit mit Google beschränke sich laut Apple auf gemeinsame Modellentwicklung und Cloud-Infrastruktur. Kontrolle über Software, Datenverarbeitung und Zugriffsschutz soll vollständig bei Apple bleiben.
Die neue Modellfamilie läuft unter dem Namen Apple Foundation Models. Apple unterscheidet zwischen lokaler KI auf dem Gerät und Cloud-KI über Private Cloud Compute. AFM Core ersetzt das bisherige On-Device-Modell. AFM Core Advanced ist ein neues multimodales Modell mit Sparse-Architektur und 20 Milliarden Parametern, nutzt je nach Anfrage aber nur ein bis vier Milliarden davon.
Für Cloud-Aufgaben setzt Apple auf mehrere Varianten: AFM Cloud ist auf geringe Latenz und Kosten ausgelegt, AFM Cloud Image dient Bildgenerierung und Bildbearbeitung, während AFM Cloud Pro als leistungsstärkstes Modell mit Gemini Frontier vergleichbar sein soll. Dieses Modell läuft auf Nvidia-GPUs in der Google Cloud.
Der sensible Punkt bleibt die externe Hardware. Private Cloud Compute basierte bisher ausschließlich auf Apple-Silicon-Servern. Nun erweitert Apple das Konzept auf Googles Rechenzentren. Laut Apple kommunizieren Geräte nur mit Apple-signiertem Code. Fremde Software soll dadurch nicht eingeschleust werden können. Als technische Vertrauensanker nennt Apple Google Titan und Intel TDX. Daten würden nicht gespeichert, Logs nicht angelegt, und selbst Apple habe keinen Zugriff auf laufende Anfragen.
Auch Siri wurde nach Angaben von Apple vollständig neu aufgebaut. Die neue Siri AI basiert auf den AFM-Modellen, verarbeitet persönliche Inhalte wie Nachrichten, Fotos, Mails und Notizen direkt auf dem Gerät und kann Inhalte auf dem aktuellen Bildschirm analysieren. Geplant ist die Verfügbarkeit auf iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, CarPlay und AirPods. In der EU bleiben iPhones und iPads wegen regulatorischer Vorgaben allerdings auf unabsehbare Zeit außen vor.
Für Entwickler erweitert Apple zugleich das Foundation Models Framework für Swift. Es unterstützt nun Bilder als Eingabe, Skills, Tool Calling und den Zugriff auf Server-Modelle über dieselbe Schnittstelle. Drittanbieter können außerdem den Spotlight Semantic Index und eigene App Actions für Siri nutzen.
