4. Juni 2026

Proteus versteht künftig Sprache: Amazon erweitert seinen Lagerroboter für mehr Logistikaufgaben

Amazon entwickelt seinen autonomen Lagerroboter Proteus weiter. Die neue Generation soll nicht nur mehr Transportaufgaben in den Logistikzentren übernehmen, sondern auch Anweisungen in natürlicher Sprache verstehen. Damit verändert sich vor allem die Art, wie Mitarbeiter mit dem Roboter im Arbeitsalltag interagieren.

Äußerlich bleibt Proteus weitgehend unverändert. Die neue Version baut auf dem bekannten Design des bisherigen Systems auf, das autonom Warenkarren mit einem Gewicht von knapp unter 400 Kilogramm auch über längere Strecken durch Amazons Logistikzentren transportieren kann. Neu ist jedoch, dass Proteus nicht mehr nur im Bereich der Laderampen eingesetzt werden soll. Amazon will den Roboter künftig überall dort nutzen, wo Güter bewegt werden müssen – etwa beim Transport von Containern nach ihrer Ankunft an einem Standort, beim Transfer zwischen Arbeitsstationen oder zur Unterstützung in Fulfillment-Centern und Auslieferungsstandorten.

Der größere Schritt liegt in der Bedienung. Laut Amazon kann Proteus dank KI nun natürliche Sprache verstehen. Mitarbeiter sollen dem Roboter Aufgaben ähnlich zuweisen können wie einem Kollegen. Scott Dresser, Vizepräsident von Amazon Robotics, beschrieb das beim „Delivering the Future“-Event in London so: Man sage Proteus, was zu tun sei, und der Roboter ermittle anschließend Priorität, Route und Zeitplan.

Derzeit ist Proteus in 25 Fulfillment-Zentren in den Vereinigten Staaten im Einsatz. Die neue Generation wird aktuell in Amazons Laboren getestet. Für Europa ist die Einführung im ersten Halbjahr 2027 geplant.

Die Erweiterung von Proteus ist Teil einer breiteren Robotik-Strategie des Konzerns. Amazon arbeitet neben mobilen Robotern auch an kollaborativen Systemen und an Technologien für die robotergestützte Handhabung einzelner Objekte. Dazu zählt STARK, ein neues kollaboratives Robotersystem für den Transport von Behältern. Es soll Mitarbeiter entlasten, indem es volle Behälter von Förderbändern nimmt und auf Wagen stellt – eine Tätigkeit, die sonst wiederholtes schweres Heben erfordern würde. Nach einem ersten Pilotprojekt in Barcelona soll STARK bis 2027 auf 15 Standorte in Europa ausgeweitet werden.

Dass Robotikprojekte nicht automatisch zum Erfolg werden, zeigte zuletzt Blue Jay. Amazon nahm den mehrarmigen Roboter, der Pakete für eine zügige Lieferung packen sollte, nach weniger als einem halben Jahr wieder außer Betrieb. Gleichzeitig hieß es bereits damals, dass dafür entwickelte Technologien in andere Produkte einfließen sollen.


Wir führen seit Jahren Beratung zu KI (Künstlicher Intelligenz) für KMUs (Klein- und Mittelständische Unternehmen) erfolgreich durch.

Mehr zu aktuellen Themen der #KI (Künstlichen Intelligenz) oder zu

Ihrem individuellen, optimalen "KI-Masterplan" für Ihr Unternehmen finden Sie in unserem Newsletter.

Abonnieren Sie den Newsletter hier:


Tags


Das könnte Sie auch interessieren

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter!

>