Auf der I/O 2026 hat Google gezeigt, dass Project Genie nun auf Aufnahmen aus Google Street View zugreifen kann. Nutzer wählen dafür über ein Kartensymbol einen Ort in den USA aus und legen optional einen Stil fest – etwa „Wüstenwelt“ oder „Steinzeit“. Anschließend wird eine Spielfigur beschrieben, und Genie erzeugt daraus eine erkundbare 3D-Umgebung.
Besonders spannend ist dabei die Verbindung aus realem Kartenmaterial und generativer KI. Google zeigt als Beispiel die Golden Gate Bridge, die in eine Unterwasserwelt verwandelt wird und als Taucher erkundet werden kann. Die reale Vorlage bleibt also erkennbar, wird aber kreativ verfremdet.
Technisch basiert die neue Funktion auf „Maps Imagery Grounding“. Dieses Werkzeug verankert generative KI-Bilder in realen Straßenansichten aus Google Street View. Aktuell funktioniert das nur mit Orten in den USA, weitere Regionen sollen später folgen.
Auch die Verfügbarkeit ändert sich: Project Genie war bislang US-Nutzern vorbehalten und wird nun schrittweise international ausgerollt. Voraussetzung bleibt allerdings das Premium-Abo Google AI Ultra. Google hat den bisherigen 250-Dollar-Tarif durch neue Stufen für 100 und 200 US-Dollar pro Monat ersetzt. Project Genie bleibt dem teureren 200-Dollar-Tarif vorbehalten.
Für Spielentwickler ist Project Genie trotzdem noch keine ernsthafte Konkurrenz. Google bezeichnet das Projekt selbst als experimentellen Prototyp. Die erzeugten Welten lassen sich derzeit nur rund eine Minute erkunden, und auch die Interaktivität bleibt begrenzt. Trotzdem zeigt die Entwicklung deutlich, wohin die Reise gehen könnte: KI-Weltmodelle werden zunehmend konkreter, räumlicher und stärker mit realen Daten verknüpft.
