Die Zusammenarbeit zwischen OpenAI und Microsoft bleibt bestehen, verliert aber deutlich an Exklusivität. Microsoft soll seine bisherige Umsatzbeteiligung an OpenAI künftig nur noch begrenzt erhalten; ab 2030 soll sie ganz entfallen. Bislang fließen rund 20 Prozent der OpenAI-Umsätze an den Windows-Konzern.
Gleichzeitig lizenziert Microsoft die Modelle von OpenAI weiterhin bis 2032. Der entscheidende Unterschied: Exklusivrechte gibt es künftig nicht mehr. Für OpenAI ist das ein wichtiger Schritt, denn das Unternehmen erhält mehr Freiheit bei der Wahl seiner Cloud-Anbieter.
Azure bleibt zwar bevorzugter Cloud-Provider, doch OpenAI kann seine Produkte künftig auch über andere Anbieter wie Amazon oder Google bereitstellen. Gerade im Unternehmensgeschäft dürfte diese Flexibilität eine große Rolle spielen. Aus meiner Sicht zeigt sich hier sehr deutlich, wie stark Cloud-Infrastruktur inzwischen zur strategischen Grundlage der KI-Wirtschaft geworden ist.
Auch eine besonders brisante Vertragsklausel wurde gestrichen: Microsoft kann die Vereinbarung nicht mehr kündigen, falls OpenAI eine Allgemeine Künstliche Intelligenz erreicht. Damit laufen die Vereinbarungen unabhängig vom technologischen Fortschritt weiter.
Die Neuregelung kommt in einer Phase, in der sich Microsoft und OpenAI geschäftlich immer stärker überschneiden. Microsoft hat seit 2019 mehr als 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und profitiert stark vom frühen Zugang zu dessen KI-Modellen. Gleichzeitig steigt der Kostendruck durch massive KI-Infrastrukturinvestitionen.
