Google senkt den Preis seines günstigsten KI-Abos deutlich. Statt 8 Euro kostet Google AI Plus künftig 5 Euro im Monat. Gleichzeitig wächst der enthaltene Cloudspeicher von 200 auf 400 GByte. Reicht ein günstigerer Einstieg, um mehr Nutzerinnen und Nutzer in ein kostenpflichtiges KI-Abo zu bringen?
Mit der Preissenkung will Google den Zugang zu seinen Gemini-Modellen niederschwelliger machen. Das Plus-Abo war erst im Januar 2026 eingeführt worden, um Funktionen wie Gemini Pro, Nano Banana Pro und Deep Research günstiger anzubieten. Zuvor waren diese Möglichkeiten vor allem Teil des teureren AI-Pro-Tarifs. Im Vergleich zu Pro und Ultra bleiben die Nutzungskontingente bei AI Plus allerdings kleiner.
Neu hinzu kommt eine weitere Plus-Stufe mit 2 TByte Cloudspeicher. Sie kostet knapp 10 Euro im Monat. Damit verknüpft Google KI-Funktionen noch stärker mit klassischem Cloudspeicher für Fotos, Videos und Projekte. Gerade für Nutzerinnen und Nutzer, die ohnehin Speicherplatz benötigen, dürfte das Abo dadurch attraktiver wirken.
Unübersichtlich bleibt Googles Tarifstruktur dennoch. Rund um die Google I/O wurde AI Plus um zusätzliche Funktionen wie KI-gestützte E-Mail-Werkzeuge und einen Daily-Brief-Agenten erweitert, der morgens Updates aus Gmail, Kalender und Gemini-Chats bündelt. Diese Funktionen sind derzeit allerdings nur in den USA verfügbar. In Deutschland steht Abonnentinnen und Abonnenten wie in den USA Gemini Omni zur Verfügung, Googles neues KI-Modell zur Erstellung von Videos aus unterschiedlichen Eingaben.
Darüber liegt der Tarif AI Pro ab 22 Euro im Monat. Er richtet sich stärker an Nutzerinnen und Nutzer, die tief im Google-Ökosystem arbeiten. Enthalten sind unter anderem Google Health Premium, der Standard-Tarif von Google Home Premium sowie eine Einzellizenz für YouTube Premium Lite. Wer mehr Speicher benötigt, kann AI Pro mit 10 TByte für 50 Euro im Monat buchen. Für KI-Heavy-User bietet Google außerdem zwei Ultra-Stufen ab 100 Euro monatlich an. Das teuerste Modell kostet inzwischen 220 Euro und damit weniger als zur Einführung im vergangenen Jahr, als Google in Deutschland 275 Euro verlangte.
Bemerkenswert ist die Richtung der Preisbewegung: Während in der Branche immer wieder hohe Serverkosten diskutiert werden, senkt Google die Einstiegspreise. Der Schritt passt zu einem grundsätzlichen Problem vieler KI-Anbieter. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer bleiben bei kostenfreien Angeboten, weil ihnen die eingeschränkten Modelle und Dienste offenbar ausreichen. Mit günstigeren Tarifen versucht Google mutmaßlich, mehr Menschen vom Wechsel in ein Bezahlabo zu überzeugen.
Auch andere Anbieter arbeiten mit gestaffelten KI-Abos. Perplexity bietet Pro und Max für 20 beziehungsweise 200 Dollar im Monat sowie weitere Unternehmenstarife an. Ähnliche Modelle gibt es bei Grok und OpenAI. Deren Tarifübersicht ist inzwischen ähnlich umfangreich wie die von Google: Von Free über Go und Plus bis Pro reicht die Auswahl von kostenfrei bis 103 Euro monatlich, ergänzt um Unternehmenstarife.
