Der DevOps-Plattform-Anbieter GitLab richtet sich strukturell neu aus und bereitet damit die nächste Phase seiner Unternehmensentwicklung vor. Bis zum 1. Juni 2026 soll die Umstellung abgeschlossen sein. Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche: weniger Länderpräsenz, flachere Managementstrukturen, eine Neuordnung der Forschungs- und Entwicklungsteams sowie Arbeitsprozesse, die stärker auf KI und Automatisierung setzen.
GitLab-CEO Bill Staples beschreibt diese neue Phase als „GitLab Act 2“. Die bisherige Organisationsform sei für die agentische KI-Ära zu langsam, zu komplex und nicht mehr optimal ausgerichtet. Damit reagiert GitLab auf einen Trend, der viele Technologieunternehmen derzeit beschäftigt: KI verändert nicht nur Produkte, sondern auch interne Abläufe, Teamstrukturen und Entscheidungswege.
Besonders deutlich wird das bei der geplanten Verschlankung der Organisation. In einzelnen Unternehmensbereichen sollen bis zu drei Managementebenen wegfallen. Dadurch will GitLab Kommunikationswege verkürzen und Teams schneller handlungsfähig machen. Gleichzeitig sollen Rollen und Verantwortlichkeiten stärker auf KI-gestützte Arbeit zugeschnitten werden. Aufgaben, die automatisiert werden können, sollen künftig auch automatisiert werden.
Auch international wird GitLab schlanker. Die Präsenz in Ländern mit kleinen Teams soll um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Derzeit arbeiten rund 2.600 Beschäftigte in mehr als 65 Ländern für GitLab. Welche Länder konkret betroffen sind und wie viele Stellen wegfallen, bleibt bislang offen. Kunden in betroffenen Regionen sollen künftig verstärkt über Partner betreut werden.
Im Bereich Forschung und Entwicklung plant GitLab ebenfalls größere Veränderungen. Rund 60 kleinere, fokussiertere Teams sollen entstehen. Das passt zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens: Mit der GitLab Duo Agent Platform setzt GitLab bereits seit dem vergangenen Jahr auf KI-gestützte Softwareentwicklung. Die interne Neuaufstellung soll diese Produktausrichtung nun organisatorisch unterstützen.
Für Kundinnen und Kunden betont GitLab Kontinuität. Bestehende Verträge, Roadmap-Zusagen und Support-Leistungen sollen unverändert weiterlaufen. Der endgültige Umfang der Restrukturierung und die finanziellen Auswirkungen sollen im Earnings-Call am 2. Juni bekannt gegeben werden, sofern der Vorstand zustimmt.
GitLab hält trotz Umbau an seinen Umsatzzielen fest. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 rechnet das Unternehmen weiterhin mit 253 bis 255 Millionen US-Dollar Umsatz. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 liegt die Prognose bei 1,099 bis 1,118 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 hatte GitLab einen Umsatz von 260,4 Millionen US-Dollar gemeldet, ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
