15. Juli 2026

OpenAI plant mobilen KI-Begleiter für den Haushalt

OpenAI will ChatGPT offenbar erstmals in einem eigenen physischen Gerät verankern. Laut einem Bericht von Bloomberg entwickelt das Unternehmen einen mobilen Smart Speaker, der nicht nur Sprachbefehle ausführt, sondern langfristig als persönlicher Begleiter im Alltag dienen soll. Kann daraus mehr werden als ein klassischer Lautsprecher mit KI-Anbindung?

Das noch in Entwicklung befindliche Gerät soll ohne Bildschirm auskommen. Vorgesehen sind Funktionen wie das Beantworten von Fragen, die Wiedergabe von Medien, die Steuerung von Smart-Home-Geräten und der Zugriff auf weitere ChatGPT-Dienste. Eine Kamera und zusätzliche Sensoren sollen erkennen, was in der Umgebung geschieht und in welchem Kontext das Gerät verwendet wird.

Als technische Grundlage für die Sprachsteuerung ist dem Bericht zufolge GPT-Live geplant. Die Weiterentwicklung des ChatGPT-Sprachmodus soll gleichzeitig zuhören und sprechen können und dadurch natürlichere Unterhaltungen ermöglichen.

OpenAI setzt auf Persönlichkeit statt reiner Sprachsteuerung

Im Mittelpunkt steht offenbar nicht allein der Funktionsumfang. OpenAI möchte dem Gerät eine eigene Persönlichkeit verleihen und eine möglichst menschlich wirkende Verbindung zum Nutzer aufbauen. Der KI-Begleiter soll seinen Besitzer mit der Zeit besser kennenlernen und dafür auch persönliche Informationen wie E-Mails auswerten.

Auf dieser Grundlage könnte das Gerät zunehmend proaktiv handeln, Bedürfnisse erkennen und relevante Informationen bereitstellen, ohne jedes Mal ausdrücklich dazu aufgefordert zu werden. Bewegliche mechanische Elemente sollen zusätzlich vermitteln, dass der Smart Speaker lebendig wirkt und nicht nur auf einzelne Befehle reagiert.

Ein integrierter Akku soll ermöglichen, das Gerät innerhalb des Hauses von Raum zu Raum mitzunehmen. Gleichzeitig soll ein dauerhafter Betrieb über einen Stromanschluss möglich sein.

Rechtsstreit mit Apple sorgt für Unsicherheit

Die Hardwarepläne könnten sich noch verändern. Neben technischen Herausforderungen spielt dabei auch ein Rechtsstreit mit Apple eine Rolle. Apple wirft OpenAI vor, Geschäftsgeheimnisse zu nutzen, um die Entwicklung eigener Geräte zu beschleunigen.

Laut Klageschrift beschäftigt OpenAI inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter. An den Hardwareprojekten arbeiten unter anderem der frühere Apple-Designchef Jony Ive sowie mehrere ehemalige Führungskräfte aus den Bereichen iPhone-Design, Industriedesign, Vision Pro und Smart Glasses.

OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Nach Angaben aus dem Bloomberg-Bericht unterscheidet sich der geplante Smart Speaker deutlich von bestehenden Apple-Produkten.

Insgesamt soll OpenAI an rund fünf Hardware-Produkten arbeiten. Der Smart Speaker könnte noch 2026 vorgestellt und 2027 auf den Markt gebracht werden. Der Zeitplan hängt jedoch möglicherweise vom weiteren Verlauf des Rechtsstreits ab. Langfristig prüft OpenAI außerdem einen potenziellen Smartphone-Ersatz, einen tragbaren Anhänger und Anwendungen im Bereich Heimrobotik.


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