13. Juli 2026

Microsoft ersetzt externe KI-Modelle in Office-Anwendungen

Microsoft setzt in einzelnen Anwendungen offenbar zunehmend auf selbst entwickelte KI-Modelle. Bislang wurden bestimmte Aufgaben in Excel und Outlook von Modellen von OpenAI und Anthropic verarbeitet. Nun sollen Microsofts eigene MAI-Modelle einen Teil dieser Arbeit übernehmen. Der entscheidende Faktor: Wie lassen sich die hohen laufenden Kosten für KI-Anfragen begrenzen?

Nach einem Bericht von Bloomberg verwendet Microsoft interne Modelle bereits für Fragen zu Tabellen und E-Mails, die Anwender über integrierte KI-Funktionen stellen. Microsoft selbst wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Als wesentlicher Grund für den Wechsel gelten die Tokenkosten, die bei jeder Verarbeitung durch externe Modelle entstehen.

Der Schritt fügt sich in einen größeren Trend ein. Unternehmen prüfen zunehmend genauer, für welche Aufgaben leistungsfähige KI-Modelle tatsächlich erforderlich sind. Teilweise werden Zugänge eingeschränkt oder Beschäftigte auf ältere und weniger kostspielige Modelle verwiesen. Statt KI-Nutzung grundsätzlich weiter auszubauen, rücken Kostenkontrolle und eine gezieltere Modellwahl stärker in den Vordergrund.

Eigene MAI-Modelle sollen Kosten reduzieren

Auf der Microsoft Build 2026 hatte der Konzern Anfang Juni sieben eigene KI-Modelle vorgestellt. Dazu gehört MAI-Thinking-1, Microsofts erstes Reasoning-Modell. MAI-Image-2.5 und eine Flash-Variante erzeugen Bilder aus Texteingaben und sollen nach Angaben des Unternehmens Google Nano Banana Pro übertreffen.

Für Sprache und Audio stehen ebenfalls eigene Systeme bereit. MAI-Transcribe-1.5 verschriftlicht gesprochene Inhalte in 43 Sprachen. MAI-Voice-2 sowie eine schnellere Flash-Version unterstützen 15 Sprachen und bieten zusätzliche Stimmenoptionen.

Diese Modelle sollen nun schrittweise Aufgaben übernehmen, für die Microsoft bislang Technologien von OpenAI oder Anthropic eingesetzt hat. Noch entfällt laut Bericht nur ein kleiner Teil der gesamten KI-Nutzung des Konzerns auf die MAI-Familie. Dennoch zeigt der Einsatz, dass Microsoft seine Abhängigkeit von externen Anbietern reduzieren und wettbewerbsfähige Modelle zu niedrigeren Betriebskosten entwickeln will.

Copilot verursacht hohen Tokenverbrauch

Der Kostendruck ist für Microsoft besonders relevant, weil Copilot inzwischen in zahlreiche Produkte des Konzerns integriert ist. Entsprechend groß ist die Zahl der täglich verarbeiteten KI-Anfragen. Zwar profitiert Microsoft aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit und seiner Investitionen in OpenAI von besonderen Konditionen. Auch vergünstigte Token verursachen bei sehr hoher Nutzung jedoch erhebliche Ausgaben.

Anthropic war zunächst als zusätzliche Modelloption eingeführt worden. Die Modelle des Unternehmens kamen unter anderem in Microsoft Copilot Studio zum Einsatz, mit dem sich KI-Agenten erstellen lassen. Zudem hatte Microsoft angekündigt, Anthropic-Technologie auch in Microsoft 365 Copilot bereitzustellen.

Mit der Vorstellung der eigenen Modelle änderte sich die strategische Ausrichtung jedoch erneut. Ein Microsoft-Manager erklärte im Juni, dass der Konzern hohe Beträge an Anthropic zahle und diese Kosten zunächst reduzieren und langfristig vollständig vermeiden wolle.


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