Meta hat offenbar mehr KI-Rechenleistung aufgebaut, als aktuell für eigene Modelle benötigt wird. Was zunächst nach überschüssiger Kapazität klingt, soll nun zu einem neuen Geschäftsfeld werden: Der Konzern will nicht genutzte KI-Infrastruktur als Cloud-Angebot an externe Kunden verkaufen.
Laut Bloomberg baut Meta dafür ein eigenes Cloud-Geschäft auf. Neben reiner Rechenleistung prüft das Unternehmen demnach auch, Kunden Zugang zu KI-Modellen auf der eigenen Infrastruktur anzubieten. Die Nachricht kam am Markt gut an: Die Meta-Aktie stieg nach Bekanntwerden der Pläne um rund 10 Prozent.
Der Schritt erinnert an das Vorgehen von Elon Musks Umfeld. SpaceX, das die KI-Firma xAI beheimatet, soll bereits große Verträge mit Anthropic und Google geschlossen haben. Genannt werden Deals über 1,25 Milliarden Dollar beziehungsweise 920 Millionen Dollar pro Monat. Meta orientiert sich damit offenbar an einem Modell, bei dem massive KI-Infrastruktur nicht nur intern genutzt, sondern auch als Cloud-Ressource vermarktet wird.
Der Konzern gehört zu den besonders aktiven Käufern von Nvidia-GPUs. Gleichzeitig stehen die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur in Zusammenhang mit umfangreichen Einschnitten im Unternehmen: Meta soll unter anderem wegen dieser Kosten zahlreiche Angestellte entlassen haben. Allein in diesem Jahr plant der Konzern Investitionen von bis zu 145 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur.
Wirtschaftlich ist der Weiterverkauf freier Kapazitäten nachvollziehbar. Teure Rechenzentren und GPUs sollen nicht ungenutzt bleiben, sondern Ertrag bringen. Gleichzeitig wirft der Schritt Fragen zur ursprünglichen Planung auf. Wenn Meta Kapazitäten übrig hat, scheint die Entwicklung eigener leistungsfähiger KI-Modelle derzeit nicht genügend Bedarf zu erzeugen, um die eingekaufte Infrastruktur vollständig auszulasten.
Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Meta seine KI-Strategie weiter sichtbar ausbaut. Das erste Modell unter Leitung des von Scale AI abgeworbenen Alexandr Wang, Muse Spark, wurde im April als „solides Fundament“ positioniert. Der geplante Einstieg in das Cloud-Geschäft zeigt nun, dass KI-Infrastruktur selbst zu einem strategischen Produkt werden kann – unabhängig davon, ob sie ausschließlich für eigene Modelle eingesetzt wird.
