Kurz gesagt: Wachsende Zweifel an der Finanzierung und Rentabilität hoher KI-Investitionen haben an asiatischen Börsen massive Kursverluste ausgelöst. Südkoreas Leitindex KOSPI verlor fast 8 Prozent. Besonders stark traf es die Technologiekonzerne Samsung und SK Hynix.
Wie rentabel sind die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz tatsächlich? Diese Frage beschäftigt zunehmend die Finanzmärkte. Am Donnerstag kam es in Asien zu erheblichen Kursverlusten, die besonders Südkorea trafen. Dort bezeichneten Medien den Handelstag bereits als „Schwarzen Donnerstag“.
Samsung-Aktien verloren 9,5 Prozent, während die Papiere des Speicherchipherstellers SK Hynix um mehr als 11 Prozent einbrachen. Beide Unternehmen gehören zu den großen Profiteuren des KI-Booms und der angespannten Lage am Speichermarkt.
Ausgangspunkt der Entwicklung waren Kursverluste an den US-Börsen am Mittwoch. Der Technologieindex Nasdaq gab um fast 2 Prozent nach. Auch die eng mit dem KI-Ausbau verbundenen Unternehmen Oracle und CoreWeave gerieten deutlich unter Druck. An den europäischen und US-amerikanischen Börsen setzte sich der starke Abwärtstrend anschließend jedoch nicht fort.
Hohe Finanzierungskosten belasten den KI-Boom
Nach Angaben des US-Finanzmagazins Bloomberg verstärken mehrere Faktoren die Unsicherheit der Anleger. Dazu zählen Geschäftszahlen von Anthropic, die zwar solide ausfielen, zugleich aber auf ein möglicherweise nachlassendes Umsatzwachstum hindeuten.
Hinzu kommen gestiegene Zinsen für US-Staatsanleihen. Dadurch stellt sich für Investoren verstärkt die Frage, ob vergleichsweise sichere Anleihen attraktiver sein könnten als Beteiligungen an einer KI-Branche, deren langfristige Ertragsentwicklung weiterhin ungewiss ist.
Manish Singh von Crossbridge Capital verweist auf einen entscheidenden wirtschaftlichen Zusammenhang: Nicht die Menge installierter Rechenleistung bestimmt letztlich den Erfolg künstlicher Intelligenz, sondern deren profitabler Einsatz. Während zukünftige Erträge unsicher bleiben, fallen Finanzierungskosten und Schuldendienst bereits heute an.
Südkoreas Aktienmarkt besonders stark betroffen
Die zentrale Rolle südkoreanischer Unternehmen bei Speicherchips und KI-Infrastruktur erklärt, weshalb die erneuten Zweifel dort besonders heftige Marktreaktionen auslösten.
Nach Angaben der Korea Times liegt der KOSPI inzwischen mehr als 40 Prozent unter seinem Höchststand von Mitte Juni. Analyst Lee Kyoung-min von Daishin Securities vergleicht die Entwicklung mit sieben früheren Marktkrisen. Der bisherige Einbruch nähere sich bereits deren durchschnittlichem Rückgang.
Zu den historischen Vergleichsfällen gehören der Schwarze Montag 1987, die asiatische Finanzkrise 1997, der Dotcom-Crash 2000 und die globale Finanzkrise 2008.
Die aktuellen Turbulenzen verdeutlichen, dass hohe Investitionen in KI allein keine Garantie für dauerhaft steigende Unternehmensbewertungen sind. Entscheidend bleiben tragfähige Geschäftsmodelle, tatsächliches Umsatzwachstum und eine wirtschaftlich rentable Nutzung der Technologie.
Wie sich solche Entwicklungen auf den wirtschaftlichen Einsatz künstlicher Intelligenz auswirken, ist auch für Unternehmen und Entscheider relevant. Der Newsletter Beratung-KI greift aktuelle KI-Entwicklungen auf und ordnet ihre praktische Bedeutung ein.
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