16. September 2026

Apple baut Siri mit Google Gemini neu auf – EU bleibt zunächst außen vor

Kurz gesagt: Apple startet eine grundlegend überarbeitete Siri auf Basis von Googles Gemini-Modellen. Siri AI soll persönlichen Kontext verstehen, Bildschirminhalte auswerten und komplexere Aufgaben in Apps übernehmen. Erste Tests fallen überwiegend positiv aus, zeigen aber weiterhin Schwächen. In der EU und in China bleibt die neue Siri zunächst nicht verfügbar.

Nach mehreren Verzögerungen bringt Apple die nächste Generation von Apple Intelligence auf den Markt. Kernstück ist eine komplett neu entwickelte Siri, bei der Apple auf Modelle zurückgreift, die auf Googles Gemini-Technologie aufbauen. Doch wie groß ist der Schritt gegenüber der bisherigen Siri wirklich?

Siri AI steht zunächst als Beta und ausschließlich auf Englisch zur Verfügung. Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch sollen im kommenden Monat folgen. Die Funktionen gehören zu den 2027er-Versionen von iOS 27, iPadOS 27, macOS 27, watchOS 27 und visionOS 27.

Ein Teil der Verarbeitung erfolgt direkt auf dem jeweiligen Gerät, weitere Aufgaben übernimmt Apples Private Cloud Compute. Nach Angaben des Unternehmens werden persönliche Daten dabei weder gespeichert noch für Apple zugänglich gemacht.

Mehr Kontext und systemweite Aktionen

Die neue Siri soll persönliche Informationen aus Nachrichten, E-Mails und Fotos einbeziehen, Inhalte auf dem Bildschirm auswerten und Informationen aus dem Web abrufen können. Darüber hinaus erhält der Assistent Zugriff auf systemweite App-Aktionen.

So kann Siri beispielsweise E-Mails entwerfen, Fotos bearbeiten oder Inhalte teilen. Apple nennt als Beispiel ein Familienrezept, das in einer Nachricht erwähnt wurde: Siri soll es finden und die enthaltenen Zutaten anschließend in die Erinnerungen-App übertragen können.

Neben Apple-eigenen Anwendungen werden auch Dienste von Drittanbietern eingebunden. WhatsApp und Audible werden bereits unterstützt, Outlook, Notability und Tripsy sollen folgen. Aufrufen lässt sich Siri weiterhin per „Hey Siri“ oder über den Seitenknopf, zusätzlich über die Dynamic Island sowie auf iPad und Mac über Spotlight. Eine eigene Siri-App synchronisiert Chatverläufe über iCloud.

Auch die Diktierfunktion wurde überarbeitet. Sie basiert laut Apple auf dem On-Device-Modell AFM Core Advanced.

Apple Intelligence wird breiter im System verankert

Die KI-Neuerungen beschränken sich nicht auf Siri. In der Fotos-App kommen unter anderem Spatial Reframing, Extend und eine überarbeitete Clean-Up-Funktion hinzu. Image Playground kann nun auch fotorealistische Bilder über Private Cloud Compute erzeugen und soll SynthID zur Kennzeichnung von KI-generierten Bildern unterstützen.

Safari kann Tabs thematisch organisieren und Änderungen auf Websites melden. Shortcuts lassen sich künftig über natürliche Sprache beschreiben. Später im Jahr plant Apple außerdem neue Audio-Intelligence-Funktionen für Apple Watch Series 12 und Ultra 4 sowie ein Redesign der Health-App.

Erste Tests zeigen Fortschritte und bekannte Schwächen

Die ersten Erfahrungsberichte fallen grundsätzlich positiv aus, bleiben aber differenziert. TechCrunch-Redakteur Ivan Mehta berichtet, dass er Siri wieder regelmäßig für mehrstufige Anfragen und den Umgang mit Bildschirminhalten nutzt. In frühen Entwickler-Versionen habe es jedoch noch Probleme gegeben, beispielsweise bei der Zuordnung von Notizen.

Dan Moren von Six Colors schildert ebenfalls erfolgreiche Alltagseinsätze. Über CarPlay konnte Siri etwa eine ältere Podcastfolge allein anhand des Themas finden. Gleichzeitig weist er weiterhin auf Verständnisfehler und Halluzinationen hin und empfindet die häufig angebotene Schreibhilfe teilweise als aufdringlich.

Kritischer fällt die Einschätzung von Federico Viticci bei MacStories aus. Während die Analyse von Bildschirminhalten überzeugte, funktionierte der persönliche Kontext in seinen Tests nicht immer zuverlässig. Siri konnte demnach wiederholt Fragen nicht beantworten, obwohl die benötigten Informationen in Nachrichten vorlagen. Teilweise wurden zudem veraltete Angaben geliefert.

EU und China müssen warten

In der Europäischen Union ist Siri AI auf iOS, iPadOS und watchOS zunächst nicht verfügbar. Apple arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung, die Datenschutz und Sicherheit der Nutzer gewährleisten soll. Auch in China erfolgt vorerst kein Start, solange regulatorische Anforderungen ungeklärt sind.

Hinzu kommen tägliche Nutzungslimits für bestimmte serverseitige Funktionen. Ein erweiterter Zugang soll künftig kostenpflichtig angeboten werden.

Für Unternehmen und Anwender zeigt die neue Siri, wie stark KI-Assistenten inzwischen mit persönlichen Daten, Apps und Betriebssystemfunktionen verknüpft werden. Damit rücken neben der Funktionsqualität auch Datenschutz, Kontrolle und regionale Verfügbarkeit stärker in den Vordergrund.

Wer Entwicklungen rund um KI-Assistenten, neue Modelle und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Blick behalten möchte, findet im Newsletter „Beratung-KI“ regelmäßig kompakte Einordnungen zu relevanten Neuerungen.

Effizienz durch Innovation: Teile der textlichen und visuellen Ausgestaltung dieser Seite wurden durch generative KI-Systeme unterstützt.


Wir führen seit Jahren Beratung zu KI (Künstlicher Intelligenz) für KMUs (Klein- und Mittelständische Unternehmen) erfolgreich durch.

Mehr zu aktuellen Themen der #KI (Künstlichen Intelligenz) oder zu

Ihrem individuellen, optimalen "KI-Masterplan" für Ihr Unternehmen finden Sie in unserem Newsletter.

Abonnieren Sie den Newsletter hier:


Tags


Das könnte Sie auch interessieren

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter!

>