18. Juni 2026

Alibaba bringt Roboter-KI vor dem Handeln ins Simulieren

Alibaba baut seine Robotik-KI weiter aus. Mit der neuen Qwen-Robot Suite stellt der chinesische Tech-Konzern drei Modelle vor, die Robotern helfen sollen, Räume zu verstehen, Objekte zu greifen und physische Handlungen vorab zu simulieren.

Bereits im Februar 2026 hatte Alibaba mit Rynnbrain ein KI-Modell vorgestellt, das Robotern ein besseres Verständnis ihrer Umgebung und eine Art Erinnerungsvermögen geben soll. Die neue Qwen-Robot Suite geht nun einen Schritt weiter und richtet sich an sogenannte Embodied AI. Gemeint sind KI-Systeme, die nicht nur Texte oder Bilder verarbeiten, sondern mit einem physischen Körper in der realen Welt handeln können.

Die Suite besteht aus drei Foundation-Modellen: Qwen-Robot-Nav, Qwen-Robot-Manip und Qwen-Robot-World. Alibaba will damit die Lücke zwischen sprachlichen Anweisungen und tatsächlichen physischen Aktionen schließen. Die Idee dahinter: Große Sprachmodelle sollen enger mit Robotik-KI verbunden werden, damit Maschinen Anweisungen nicht nur verstehen, sondern auch in sinnvolle Bewegungen und Handlungen übersetzen können.

Qwen-Robot-Nav ist für Navigation und Raumverständnis vorgesehen. Das Modell soll Robotern helfen, physische Umgebungen zu erfassen und sich darin zu bewegen. Qwen-Robot-World ist als Video-Weltmodell angelegt. Es soll Robotern ermöglichen, eine Handlung zunächst vorherzusagen oder zu simulieren, bevor sie tatsächlich ausgeführt wird.

Für Greif- und Manipulationsaufgaben ist Qwen-Robot-Manip zuständig. Alibaba hat dafür mehr als 38.000 Stunden Trainingsdaten aus Roboterdatensätzen und menschlichen Videos verwendet. Das Modell soll unterschiedlichen Robotertypen ermöglichen, Aufgaben wie Sortieren, Transportieren oder Zusammenbauen mit Armen oder Händen auszuführen.

Alibaba selbst sieht die KI-Robotik noch am Anfang. Das Ziel ist jedoch klar formuliert: Ein physischer KI-Agent soll sich frei bewegen, Aufgaben erledigen und abschätzen können, was als Nächstes passiert. Die Qwen-Robot Suite bezeichnet der Konzern als ersten Schritt in diese Richtung.

Der Wettbewerb in diesem Bereich ist intensiv. Laut South China Morning Post fließen derzeit Milliarden in KI-Robotik. Nvidia arbeitet mit Cosmos, Isaac und Groot an entsprechenden Plattformen, Google Deepmind entwickelt das Gemini-Robotcos-Projekt. Hinzu kommen Start-ups wie Physical Intelligence, Skild AI und Figure AI. In Deutschland zählt Neura Robotics zu den wichtigen Akteuren und ist unter anderem an einem Roboter-Trainingszentrum am Münchener Flughafen beteiligt.

Noch ist offen, wann Alibaba die Qwen-Robot Suite Entwicklern allgemein zugänglich macht. Entwickelt wurde sie von der Forschungseinheit Tongyi Lab. Derzeit laufen Pilottests mit ausgewählten Firmenkunden von Alibaba Cloud.


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