Google macht ernst und greift mit Gemini gezielt die Hürde an, die viele Nutzer bislang vom Wechsel abgehalten hat: den Verlust persönlicher Daten und Vorlieben. Mit einer neuen Importfunktion können Erinnerungen und komplette Chatverläufe aus anderen KI-Systemen wie ChatGPT übernommen werden. Das bedeutet konkret: Nutzer müssen ihre Präferenzen nicht mehr von Grund auf neu erklären.
Gerade das ist ein entscheidender Punkt im Alltag. Denn moderne KI-Chatbots lernen kontinuierlich aus Interaktionen – sei es der bevorzugte Schreibstil, berufliche Kontexte oder sogar persönliche Vorlieben wie Ernährungsgewohnheiten. Ohne diese Informationen wirkt ein neuer Chatbot zunächst oft unpassend oder generisch. Genau hier setzt Google an und schließt diese Lücke.
Technisch läuft der Transfer vergleichsweise einfach ab: Nutzer lassen sich vom bisherigen Chatbot eine strukturierte Zusammenfassung ihrer gespeicherten Informationen erstellen und übertragen diese in Gemini. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, komplette Chatverläufe als ZIP-Datei hochzuladen. Damit lassen sich frühere Konversationen nahezu nahtlos fortführen – ein klarer Schritt in Richtung echter Kontinuität zwischen Plattformen.
Interessant ist auch die strategische Dimension: Während ChatGPT weiterhin stark im Apple-Ökosystem verankert ist und 2025 die App-Store-Charts dominierte, holt Gemini deutlich auf. Die neue Importfunktion ist dabei kein technisches Detail, sondern ein gezielter Wettbewerbsvorteil im Kampf um Nutzerbindung.
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: In Deutschland ist die Funktion derzeit noch nicht verfügbar, obwohl sie in anderen Regionen bereits genutzt werden kann. Wann sich das ändert, lässt Google offen.
