Elon Musk hat ein gemeinsames Vorhaben seines Elektroautoherstellers Tesla und des KI-Startups xAI angekündigt. Das Projekt trägt den Namen „Macrohard“ und verbindet Technologien aus beiden Unternehmen zu einem neuen KI-System, das in Echtzeit arbeiten soll.
Im Mittelpunkt steht dabei eine Kombination aus dem xAI-Sprachmodell Grok und dem KI-Agenten „Digital Optimus“ von Tesla. Grok übernimmt laut Musk die Rolle eines übergeordneten Navigators oder Dirigenten. Das Modell soll komplexe Entscheidungen treffen und den Gesamtprozess steuern. Digital Optimus dagegen fungiert als ausführender Teil des Systems: Der Agent verarbeitet in Echtzeit Bildschirminhalte sowie Maus- und Tastatureingaben und setzt daraus konkrete Aktionen um.
Musk beschreibt das Zusammenspiel bildhaft: Grok sei der „denkenden Teil“, während Digital Optimus den „instinktiven Teil“ darstelle. Gemeinsam sollen beide Komponenten ein System bilden, das komplexe Softwareprozesse nachvollziehen und möglicherweise sogar simulieren kann. Der Projektname „Macrohard“ ist dabei bewusst als humorvolle Anspielung auf Microsoft gewählt.
Technisch soll das System auf Teslas AI4-Chip laufen – jener Hardware, die auch in der aktuellen Generation der Full-Self-Driving-Systeme (FSD) verwendet wird. Ergänzt wird die Architektur durch gezielte Nutzung leistungsstarker Nvidia-Hardware aus dem xAI-Umfeld. Ziel ist offenbar ein möglichst leistungsfähiges, gleichzeitig aber kosteneffizientes KI-System.
Interessant ist auch der Hintergrund des Projekts. Laut Berichten war das ursprüngliche Macrohard-Vorhaben bei xAI zuletzt ins Stocken geraten. Interne Umstrukturierungen sowie die Pause eines Datenprojekts mit mehreren hundert externen Mitarbeitenden hatten die Entwicklung gebremst. Gleichzeitig wurde bei Tesla der KI-Agent „Digital Optimus“ intensiver weiterentwickelt. Teile der Arbeit sowie Rechenkapazitäten sollen inzwischen in Teslas Autopilot-Team überführt worden sein.
Ein wichtiger technischer Ansatz orientiert sich dabei an Teslas FSD-System. Statt einzelne Screenshots zu analysieren – ein gängiger Ansatz bei vielen KI-Agenten – setzt das Team auf kontinuierliche Datenströme. Die KI verarbeitet also fortlaufend eingehende Informationen und reagiert darauf unmittelbar. Dieses Prinzip ähnelt der Videodatenverarbeitung beim autonomen Fahren.
Die Ankündigung passt außerdem zu einer zunehmenden Verzahnung von Musks Unternehmen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass SpaceX das KI-Startup xAI per Aktientausch übernommen hat. Tesla und xAI arbeiten bereits seit einiger Zeit zusammen, unter anderem bei der Integration des Chatbots Grok in Tesla-Fahrzeuge.
Ob „Macrohard“ tatsächlich ein universelles KI-System für komplexe Softwareaufgaben hervorbringt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Musk verfolgt weiterhin die Strategie, KI-Technologie möglichst eng mit seinen verschiedenen Unternehmen zu verzahnen.
