Microsoft geht einen weiteren Schritt in Richtung autonomer Büro-KI. Doch was passiert, wenn Software nicht nur assistiert, sondern Aufgaben selbstständig plant und erledigt?
Mit der Integration der Claude-Cowork-Technologie von Anthropic erhält Microsoft Copilot eine neue Fähigkeit: Aufgaben können künftig deutlich eigenständiger abgearbeitet werden. Die Funktion hört auf den Namen „Copilot Cowork“ und richtet sich an Unternehmen, die ihre täglichen Arbeitsabläufe stärker automatisieren möchten.
Statt einzelne Befehle zu geben, beschreiben Nutzer lediglich das gewünschte Ergebnis. Copilot Cowork erstellt daraus automatisch einen Arbeitsplan und setzt diesen im Hintergrund um. Dabei greift die KI auf Inhalte aus Outlook, Teams, Excel, Meetings, Dateien und E-Mails zu.
Typische Einsatzszenarien sind etwa:
- Aufräumen und Strukturieren von Kalendern
- Vorbereitung von Meetings inklusive Informationssammlung
- Recherche zu Unternehmen oder Projekten
- Planung von Produktlaunches
Ein wichtiger Punkt: Die KI arbeitet nicht völlig autonom. Wenn Entscheidungen unklar sind oder Änderungen Auswirkungen auf bestehende Daten haben könnten, fragt Cowork nach und wartet auf eine Bestätigung der Nutzer. Erst danach werden Anpassungen umgesetzt.
Microsoft betont außerdem, dass Copilot Cowork innerhalb der bestehenden Sicherheits- und Compliance-Grenzen von Microsoft 365 arbeitet. Unternehmensrichtlinien und Zugriffsbeschränkungen bleiben also weiterhin gültig.
Derzeit befindet sich die Funktion noch in einer Research Preview. Eine breitere Verfügbarkeit wird für Ende März 2026 im Rahmen des sogenannten Frontier-Programms erwartet.
Interessant ist dabei auch die strategische Dimension: Microsoft öffnet sein KI-Ökosystem zunehmend für Anbieter neben OpenAI. Die Cowork-Funktion basiert auf Konzepten aus Anthropics Claude-Code-Technologie, die besonders im Entwicklerumfeld erfolgreich eingesetzt wird.
OpenAI arbeitet zwar ebenfalls an agentischen Systemen für Unternehmen – etwa im Rahmen des Frontier-Ansatzes – eine vergleichbare Copilot-Integration existiert aktuell jedoch noch nicht.
