8. Januar 2026

Siemens und Nvidia bringen den digitalen Zwilling näher an die Werkshalle

Wenn KI nicht nur plant, sondern direkt in Produktion und Anlagenbetrieb hineinwirkt, entsteht ein neues Tempo in der Industrie – was bedeutet das konkret für Fabriken, Robotik und Produktentwicklung?

Auf der CES haben Siemens-CEO Roland Busch und Nvidia-Chef Jensen Huang eine deutlich erweiterte Zusammenarbeit angekündigt, mit einem klaren Ziel: KI soll nicht bei Simulationen und Designvarianten stehen bleiben, sondern den Sprung in die physische Realität der Industrie schaffen. Im Kern geht es darum, industrielle Abläufe, Maschinen, Produkte und die dazugehörige Automatisierung so zu modellieren, dass sich Entscheidungen schneller, fundierter und im besten Fall risikofrei vorbereiten lassen.

Ein zentraler Baustein dafür ist der „Digital Twin Composer“. Dieses Werkzeug soll es ermöglichen, physikalisch korrekte digitale Zwillinge von Fabriken und Produkten aufzubauen. Der praktische Nutzen liegt auf der Hand: Ingenieurteams können ganze Werke in Echtzeit simulieren, Robotersysteme virtuell trainieren und potenzielle Probleme identifizieren und beheben, bevor überhaupt die erste Maschine real aufgebaut ist. Siemens bringt dabei das Prozess- und Automatisierungs-Know-how sowie Industriesoftware ein; Nvidia liefert die KI-Infrastruktur mit Chips und eine Simulationsplattform. Laut Unternehmensangaben soll das Ganze ab Mitte 2026 verfügbar werden.

Besonders spannend finde ich den Perspektivwechsel: Statt „virtueller Windkanal als Testumgebung“ geht die Reise hin zu „virtueller Windkanal als Ideengeber“. Busch skizzierte das am Beispiel von Zug- oder Fahrzeugkonstruktionen: KI soll nicht nur Aerodynamikwerte ermitteln, sondern konkrete Optimierungsvorschläge für das Design ableiten. Das passt zu der größeren Ambition, eine Art Betriebssystem für industrielle KI zu etablieren – also eine gemeinsame Grundlage, auf der Simulation, Automatisierung, Daten und KI-Modelle zusammenlaufen.

Parallel dazu bringt Siemens gemeinsam mit Meta das Thema Assistenzsysteme direkt an den Arbeitsplatz: Smarte Brillen sollen Industriearbeitern KI-gestützte Anweisungen ins Sichtfeld oder als Audio ausgeben, während sie an Maschinen arbeiten. Genannt wird dabei die Ray-Ban Meta-Brille, die inzwischen auch Deutsch versteht und spricht. Das ist weniger „Metaverse-Spielerei“, sondern im Alltag vor allem ein Ansatz für schnelleres Anlernen, weniger Fehler und bessere Unterstützung in komplexen Montagesituationen.


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