19. Oktober 2026

McKinsey testet Bewerbende mit KI-simulierten Kundengesprächen

Kurz gesagt: McKinsey setzt in Nordamerika künstliche Intelligenz ein, um Bewerbende in simulierten Kundengesprächen zu testen. Die KI übernimmt dabei die Kundenrolle, während Menschen die Reaktionen und Entscheidungen bewerten. Im Vordergrund stehen Zuhören, Anpassungsfähigkeit und der Umgang mit neuen Informationen.

Künstliche Intelligenz unterstützt längst nicht mehr nur das Verfassen und Bewerten von Bewerbungsunterlagen. Seit Herbst 2024 nutzt das Beratungsunternehmen McKinsey in seinen nordamerikanischen Büros KI auch innerhalb des Auswahlverfahrens. Doch wie lässt sich mit einem Chatbot feststellen, ob Bewerbende für die spätere Beratungspraxis geeignet sind?

KI simuliert Kundengespräche – Menschen bewerten

Laut einem Bericht des Wall Street Journal führen Kandidatinnen und Kandidaten vor Ort in McKinsey-Büros etwa zehnminütige Gespräche mit einer KI, die eine Kundin oder einen Kunden simuliert. Anwesende Beobachtende beurteilen dabei, wie die Bewerbenden reagieren, Entscheidungen treffen und mit neuen Informationen umgehen.

Die KI selbst gibt keine Bewertung ab. Sie dient ausschließlich als Gesprächspartner und soll typische Situationen aus dem Beratungsalltag nachbilden. Besonders schwierige Fragen oder bewusst aggressives Kundenverhalten stehen dabei nicht im Vordergrund.

McKinsey-Partner Saleem Zafar, einer der Projektverantwortlichen, erklärt, dass vor allem aufmerksames Zuhören und situationsgerechtes Handeln entscheidend seien. Bewerbende sollen zeigen, ob sie wichtige Hinweise erkennen, berücksichtigen und ihre Vorgehensweise bei veränderten Anforderungen anpassen können.

Realitätsnahe Szenarien prüfen die Anpassungsfähigkeit

Ein Beispiel verdeutlicht das Verfahren: Eine Stadt möchte sich von McKinsey bei der Standortwahl für ein neues Stadion beraten lassen. Die KI übernimmt die Rolle der Bürgermeisterin, erläutert ihre Prioritäten und erwartet Empfehlungen.

Während des Gesprächs bringt sie zusätzliche Bedenken oder neue Informationen ein. Die Bewerbenden müssen darauf eingehen und ihre Vorschläge gegebenenfalls verändern. So lässt sich beobachten, wie flexibel und aufmerksam sie in einer dynamischen Beratungssituation handeln.

Zunächst für angehende Business-Analysten

McKinsey richtet das KI-gestützte Auswahlverfahren zunächst an Studierende, die sich für Positionen im Bereich Business-Analyse bewerben. Voraussichtlich werden Hunderte Kandidatinnen und Kandidaten an den simulierten Gesprächen teilnehmen.

Sollten sich die Tests bewähren, plant das Unternehmen, das Verfahren im Folgejahr auf weitere Stellen auszuweiten.

Der Ansatz zeigt, wie generative KI im Recruiting eingesetzt werden kann, ohne die Personalentscheidung selbst zu übernehmen. Stattdessen schafft sie vergleichbare Gesprächssituationen, in denen menschliche Beobachtende praktische Fähigkeiten beurteilen.

Wie sich solche KI-Anwendungen auf Bewerbungsverfahren und betriebliche Abläufe auswirken, bleibt ein wichtiges Thema. Der Newsletter Beratung-KI informiert regelmäßig über Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz im beruflichen Umfeld.

Effizienz durch Innovation: Teile der textlichen und visuellen Ausgestaltung dieser Seite wurden durch generative KI-Systeme unterstützt.


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