7. August 2026

Anthropic setzt auf eigene KI-Chips und verfolgt eine Multi-Chip-Strategie

Anthropic will seine technische Infrastruktur künftig stärker selbst gestalten. Das KI-Unternehmen baut eine eigene Abteilung für die Entwicklung von KI-Chips auf und hat bereits entsprechende Stellen ausgeschrieben. Doch bedeutet dieser Schritt auch eine Abkehr von etablierten Hardwarepartnern?

In den vergangenen Monaten hatte Anthropic mehrere umfangreiche Vereinbarungen zur Versorgung mit Rechenleistung geschlossen. Das Unternehmen will Chipkapazitäten im Umfang mehrerer Gigawatt von Google beziehen und arbeitet außerdem mit AWS, Nvidia und AMD zusammen. Parallel dazu soll nun ein internes Team eigene Prozessoren entwerfen.

Gerüchte über entsprechende Pläne kursierten bereits länger. Mit dem Aufbau der neuen Abteilung und den veröffentlichten Stellenausschreibungen werden die Ambitionen des Unternehmens nun konkreter.

Eigene Hardware ergänzt bestehende Partnerschaften

Anthropic folgt damit einer Entwicklung, die auch bei anderen großen KI-Anbietern zu beobachten ist. Google und Meta entwickeln bereits eigene Chips. OpenAI stellte im Juni mit „Jalapeño“ ebenfalls seinen ersten eigenen Chip vor.

Als möglicher Produktionspartner für die künftigen Anthropic-Chips wird Samsung gehandelt. Bestätigt ist diese Zusammenarbeit bislang jedoch nicht.

Trotz der eigenen Entwicklungspläne will sich Anthropic offenbar nicht von externen Chipherstellern verabschieden. Ein Unternehmenssprecher beschrieb die vorgesehene Strategie gegenüber Business Insider als „Multi-Chip-Ansatz“. Eigene Prozessoren sollen demnach Hardware von Google, Nvidia, AMD und weiteren Partnern ergänzen, statt sie vollständig zu ersetzen.

Für Anthropic eröffnet dieser Ansatz die Möglichkeit, bestimmte Rechenaufgaben stärker auf die eigenen KI-Modelle und technischen Anforderungen abzustimmen. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen bei der Beschaffung von Rechenleistung flexibel und vermeidet eine vollständige Abhängigkeit von einer einzelnen Chiparchitektur oder einem einzelnen Anbieter.

Wie sich eigene KI-Chips auf Leistung, Kosten und Verfügbarkeit der Anthropic-Modelle auswirken werden, hängt von der konkreten technischen Umsetzung ab. Der Aufbau einer eigenen Chipabteilung zeigt jedoch, dass spezialisierte Hardware im Wettbewerb der großen KI-Unternehmen zunehmend zu einem strategischen Faktor wird.

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