7. August 2026

Anthropic sichert sich 133 Megawatt KI-Leistung aus Norwegen

Anthropic treibt den Ausbau seiner Recheninfrastruktur mit einem weiteren Großauftrag voran. Für 10 Milliarden US-Dollar sichert sich das KI-Unternehmen über sechs Jahre Rechenkapazitäten beim jungen Cloud-Anbieter Volta Infra Holdings. Doch hinter dem Vertrag steht mehr als nur zusätzliche Rechenleistung: Er zeigt, wie eng Energieversorgung, Chipfinanzierung und KI-Entwicklung inzwischen miteinander verflochten sind.

Die vereinbarte Kapazität stammt aus einem Rechenzentrum im norwegischen Tydal. Betreiber ist der Bitcoin-Miner Bitdeer Technologies, der den Standort mit Wasserkraft versorgt und mit Nvidias neuesten Vera-Rubin-Chips ausstattet. Volta beziffert die für Anthropic vorgesehene Leistung auf 133 Megawatt. Die Übergabe soll in zwei Phasen erfolgen und bis März 2027 abgeschlossen sein.

Volta hat sich nach eigenen Angaben kurzfristig insgesamt ein Gigawatt Strom für seine Rechenzentren gesichert. Die Ankündigung des Anthropic-Vertrags sorgte auch an der Börse für Bewegung: Die Aktie von Bitdeer stieg anschließend um 14 Prozent.

Milliardenfinanzierung für junge KI-Infrastruktur

Volta Infra Holdings wurde erst Anfang 2026 von ehemaligen Führungskräften des Vermögensverwalters Brookfield gegründet. Parallel zum Anthropic-Deal sammelte das Unternehmen 300 Millionen US-Dollar Risikokapital ein. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Andreessen Horowitz und Altimeter Capital. Auch Nvidia und Michael Dell beteiligten sich. Die Bewertung des Start-ups liegt bei 2,4 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlich verfügt Volta über einen Finanzierungspool von fünf Milliarden US-Dollar. Damit will das Unternehmen seinen Kunden den Kauf kostspieliger KI-Chips vorfinanzieren. Das Geschäftsmodell verbindet somit die Bereitstellung von Rechenzentren mit der Finanzierung der dafür benötigten Hardware.

Anthropic erweitert seine Infrastruktur derzeit über mehrere Anbieter hinweg. Das Unternehmen hat bereits Vereinbarungen mit Google und Broadcom, Amazon, SpaceX sowie AMD geschlossen. Der Volta-Vertrag ergänzt dieses Netzwerk um weitere, langfristig reservierte Kapazitäten auf Basis von Nvidia-Technik.

Kritiker sehen in solchen Konstruktionen jedoch ein wachsendes Risiko. Chiphersteller, Investoren, Cloud-Anbieter und KI-Entwickler sind zunehmend finanziell und operativ voneinander abhängig. Sollte die Nachfrage nach KI-Rechenleistung hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten sich mögliche Verluste innerhalb dieses eng verbundenen Systems verstärken. Bei Volta wird diese Mehrfachrolle besonders sichtbar: Nvidia ist sowohl Investor des Unternehmens als auch Lieferant der eingesetzten Chips.

Effizienz durch Innovation: Teile der textlichen und visuellen Ausgestaltung dieser Seite wurden durch generative KI-Systeme unterstützt.


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