22. Februar 2026

Wikipedia zieht klare Grenze: Deutsche Community verbietet KI-generierte Inhalte

Ein Paukenschlag aus der deutschsprachigen Wikipedia.
Ist das der notwendige Schutz menschlicher Qualität – oder ein riskanter Sonderweg?

Die deutschsprachige Wikipedia-Community hat sich mit deutlicher Mehrheit für ein umfassendes Verbot von KI-generierten Inhalten ausgesprochen. Künftig dürfen Texte, die mit großen Sprachmodellen erstellt oder bearbeitet wurden, weder im Artikelbereich noch auf Diskussionsseiten eingestellt werden. 208 Stimmen votierten dafür, 108 dagegen. Wer wiederholt gegen die neue Richtlinie verstößt, muss sogar mit einer dauerhaften Sperre rechnen.

Bemerkenswert ist dabei vor allem der internationale Kontext: Während andere Sprachversionen sowie die Wikimedia Foundation auf einen differenzierteren Umgang mit KI setzen, geht die deutschsprachige Community einen konsequent restriktiven Weg. Zwar bleiben bestimmte Anwendungen erlaubt – etwa KI-gestützte Übersetzungen, sofern sie vollständig geprüft werden, oder reine Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen. Auch Recherche mithilfe von KI ist weiterhin zulässig, allerdings nur mit anschließender manueller Auswertung.

Strenger wird es bei der direkten Übernahme von KI-Formulierungen oder beim Einsatz automatisierter Tools ohne menschliche Einzelprüfung. Selbst KI-generierte externe Texte dürfen nicht als Belege verwendet werden. Und auch bei Bildern gilt: KI-Grafiken sind nur in klar definierten Ausnahmefällen und nach vorheriger Diskussion einsetzbar – keinesfalls als Ersatz für fehlende reale Fotos.

Die Debatte zeigt ein tiefes Spannungsfeld. Befürworter wollen Wikipedia klar als menschengeschriebenes Qualitätsprojekt positionieren und ein Zeichen gegen „KI-Slop“ setzen. Halluzinationen, also frei erfundene Fakten, gelten als ernstzunehmendes Risiko – ein Problem, das selbst KI-Anbieter einräumen. Kritiker hingegen warnen vor fehlenden eindeutigen Erkennungskriterien und endlosen Diskussionen über Verdachtsfälle. Manche Stimmen halten die Entscheidung sogar für rückwärtsgewandt, da KI längst in Bildung und Arbeitswelt angekommen ist.

Parallel wächst der Druck auf Wikipedia insgesamt. KI-Systeme nutzen Inhalte, ohne zwangsläufig Traffic auf die Plattform zurückzuführen. Die Wikimedia Foundation verfolgt deshalb in ihrer Strategie 2025–2028 unter dem Leitmotiv „Humans First“ einen ausgewogeneren Ansatz: KI soll als Werkzeug dienen – zur Qualitätssicherung, Fehlererkennung oder Vandalismusbekämpfung –, jedoch nicht zur unkontrollierten Inhaltsproduktion.

Hinzu kommt neue Konkurrenz: Mit Grokipedia hat Elon Musk eine vollständig KI-generierte Enzyklopädie gestartet. Rund 800.000 maschinell erzeugte Artikel waren zum Start verfügbar – allerdings mit teils deutlichen Verzerrungen bei sensiblen politischen Themen. Die Frage nach Neutralität und Verlässlichkeit stellt sich hier besonders deutlich.


Wir führen seit Jahren Beratung zu KI (Künstlicher Intelligenz) für KMUs (Klein- und Mittelständische Unternehmen) erfolgreich durch.

Mehr zu aktuellen Themen der #KI (Künstlichen Intelligenz) oder zu

Ihrem individuellen, optimalen "KI-Masterplan" für Ihr Unternehmen finden Sie in unserem Newsletter.

Abonnieren Sie den Newsletter hier:


Tags


Das könnte Sie auch interessieren

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter!

>