14. Februar 2026

Thomas Dohmke baut „Entire“: Eine Entwicklerplattform, in der KI-Agenten wirklich mitarbeiten

Die Zeit, in der Softwareentwicklung nur ein Teamspiel unter Menschen war, dürfte sich dem Ende nähern – und Thomas Dohmke will genau dafür die passende Infrastruktur liefern. Nach knapp vier Jahren als GitHub-CEO (und seinem Ausstieg im September 2025) startet er mit „Entire“ ein neues Projekt: eine Plattform, auf der Entwickler und KI-Agenten Hand in Hand an Software arbeiten sollen.

Dohmke argumentiert dabei aus einer sehr praktischen Perspektive: KI-Agenten können heute enorme Mengen Code erzeugen – mehr, als ein Mensch sinnvoll reviewen oder überhaupt vollständig nachvollziehen kann. Wenn das stimmt, reicht es nicht, KI einfach „oben drauf“ zu setzen. Dann muss sich das Fundament ändern: Prozesse, Versionsverwaltung, Kontext, Nachvollziehbarkeit.

Von GitHub gelernt – aber nicht als GitHub-Konkurrent gedacht

Wichtig ist Dohmke die Abgrenzung: Er will nicht GitHub kopieren oder verdrängen. GitHub bedient eine riesige Entwicklerbasis mit etablierten Workflows. Entire soll stattdessen für eine Welt entstehen, in der Agenten künftig einen Großteil des Codes schreiben und Menschen stärker kuratieren, steuern und entscheiden.

Dass Microsoft über seinen Investmentarm M12 bei Entire mit an Bord ist, deutet zudem darauf hin, dass Dohmke im Guten gegangen ist – und dass man die Idee offenbar für strategisch relevant hält.

Was Entire anders machen will: Kontext, Koordination, Auditierbarkeit

Die Vision klingt nach „AI-native Softwareentwicklung“ im wörtlichen Sinn: Nicht nur KI-Tools an bestehende Abläufe andocken, sondern eine Plattform bauen, die Agenten als echte Mitwirkende behandelt.

Dohmke setzt dabei auf drei Bausteine:

  1. Eine Git-kompatible Datenbank, die nicht nur Code versioniert, sondern auch Ziele, Einschränkungen und Argumentationsketten mitführt.
  2. Eine semantische Argumentationsschicht, die mehrere Agenten über einen gemeinsamen Kontextgraphen koordiniert.
  3. Einen KI-nativen Entwicklungszyklus, der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Agent strukturell neu ordnet.

Das klingt technisch ambitioniert – aber der Kernpunkt ist klar: Wenn Agenten „mitdenken“ und „mitbauen“, muss man später auch rekonstruieren können, warum etwas entstanden ist, nicht nur was entstanden ist.

Checkpoints: Sitzungen wie „Entwicklungs-Logbücher“

Ein erstes, konkretes Produkt sind sogenannte Checkpoints. Dahinter steckt ein Problem, das jeder kennt, der mit Agenten arbeitet: Kontextfenster sind begrenzt, Agenten verlieren in längeren Projekten den Faden, und am Ende weiß niemand mehr, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden.

Entire will deshalb komplette Sitzungen dokumentieren – inklusive Logs, Prompts, betroffenen Dateien, Token-Nutzung und Tool-Aufrufen. Dadurch sollen Teams nicht nur nachvollziehen können, wie Code Schritt für Schritt entstand, sondern auch noch Jahre später verstehen, warum eine Agenten-Änderung genau so ausgefallen ist.

Geld ist da – und zwar ordentlich

Der Markt scheint diese Richtung ernst zu nehmen: Entire hat in einer Seed-Runde 60 Millionen US-Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von rund 300 Millionen Dollar. Angeführt wurde die Runde von Felicis, dazu kommen bekannte Namen wie Garry Tan (Y Combinator), Cherry Ventures und Yahoo-Mitgründer Jerry Yang.


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