4. August 2025

Strenge Regeln, schwache Wirkung? Warum Europas KI-Kurs unter Druck gerät

Europa hat Großes vor: Mit dem AI-Act will die EU Maßstäbe für eine sichere und vertrauenswürdige KI setzen. Doch bei genauerem Hinsehen stellen sich entscheidende Fragen.

Wird der gute Wille am Ende zum Innovationshemmnis?

Die Europäische Union positioniert sich als weltweiter Vorreiter in der KI-Regulierung. Der ambitionierte AI-Act soll nicht nur die Grundrechte schützen, sondern als globaler Referenzrahmen dienen. Unterstützt wird das Vorhaben durch den „Code of Practice for General-Purpose AI Models“ – ein freiwilliger, aber rechtlich bedeutsamer Leitfaden für KI-Anbieter.

Der Kodex ist dabei in zwei Stufen aufgebaut: Transparenz und Urheberrecht für alle Anbieter, zusätzliche Sicherheitsauflagen für besonders leistungsfähige Modelle. Was auf dem Papier nach Struktur klingt, entpuppt sich in der Praxis als schwerfälliges Regelwerk mit zahlreichen Unklarheiten und Risiken.

Transparenz oder Mikromanagement?

Zentrale Kritik: Der Dokumentationsaufwand ist enorm. Wer ein KI-Modell bereitstellt, soll seitenlange Formulare ausfüllen – viele Informationen sind dabei allein für EU-Behörden gedacht. Für Start-ups und kleinere Anbieter entsteht so ein unverhältnismäßiger Mehraufwand, der Ressourcen bindet und Innovationen ausbremst.

Urheberrecht mit Einbahnstraße

Auch im Bereich Urheberrecht geht der Kodex weit. Zwar ist es richtig, KI-Systeme im Umgang mit geschützten Inhalten zu regulieren – doch die aktuelle Ausgestaltung bevorzugt einseitig Rechteinhaber. Unklare Definitionen, wie „state of the art“-Maßnahmen, schaffen zusätzliche rechtliche Unsicherheiten.

Besonders herausfordernd: Anbieter sollen sicherstellen, dass ihre Modelle keine geschützten Trainingsinhalte in verletzender Weise ausgeben. Technisch kaum kontrollierbar – und ein juristisches Risiko obendrauf.

Sicherheit auf Kosten der Machbarkeit

Im Kapitel zu Sicherheit und Systemrisiken zeigt sich, wie komplex die Anforderungen werden können. Wer ein besonders leistungsfähiges Modell betreibt, soll ein umfassendes „Safety and Security Framework“ aufbauen – inklusive externer Gutachter. Doch woher sollen all diese unabhängigen Experten kommen? Und wie sollen kleinere Unternehmen die dafür nötigen Mittel aufbringen?


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