23. Februar 2026

Produktivitätsschub durch KI – Chance mit Nebenwirkungen

Künstliche Intelligenz zeigt messbare Effekte in Europas Wirtschaft. Doch wer profitiert wirklich von diesem Aufschwung?

Eine aktuelle Analyse der Europäischen Investitionsbank kommt zu einem klaren Ergebnis: Unternehmen in der EU, die Künstliche Intelligenz einsetzen, steigern ihre Produktivität im Schnitt um rund vier Prozent. Das ist aus ökonomischer Sicht durchaus relevant – auch wenn die Effekte etwas moderater ausfallen als in manchen früheren Szenarien prognostiziert.

Bemerkenswert ist vor allem, was nicht passiert ist: Entgegen vieler Befürchtungen lässt sich kein flächendeckender Stellenabbau durch KI nachweisen. Im Gegenteil – in KI-anwendenden Unternehmen profitieren Beschäftigte teilweise sogar von höheren Löhnen. Entscheidend ist dabei weniger die bloße Einführung neuer Software, sondern vielmehr die gezielte Investition in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Technologie allein reicht nicht; Kompetenzaufbau macht den Unterschied.

Methodisch basiert die Untersuchung auf einem Fünfjahresvergleich von mehr als 12.000 Nichtfinanzunternehmen in der EU und 800 vergleichbaren Unternehmen in den USA. Mithilfe einer Instrumentalvariablenanalyse wurde versucht, KI eindeutig als Ursache für Produktivitätssteigerungen zu identifizieren – ein anspruchsvoller Ansatz, der die Aussagekraft der Ergebnisse stärkt.

Allerdings zeigen sich auch Schattenseiten: Die Produktivitätsgewinne sind ungleich verteilt. Wirtschaftlich stärkere Länder wie Deutschland oder Schweden setzen KI deutlich intensiver ein als weniger entwickelte EU-Staaten. Seit 2023 öffnet sich diese Schere im KI-Vorbereitungsindex weiter. Ähnlich verhält es sich auf Unternehmensebene: Große und mittelgroße Firmen profitieren überproportional, während kleinen Unternehmen häufig Ressourcen, Kapital oder Know-how fehlen.

Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen daher politischen Handlungsbedarf. Um die Wettbewerbsfähigkeit breiter aufzustellen, müsse die EU insbesondere kleinere Unternehmen finanziell unterstützen, Kapitalmärkte stärken und Investitionen in Qualifizierung gezielt fördern.

Ein Blick in die USA unterstreicht den Trend: Laut Erik Brynjolfsson vom Stanford Digital Economy Lab hat sich dort der jährliche Produktivitätszuwachs 2025 auf 2,7 Prozent verdoppelt – ebenfalls mit KI-Investitionen als zentralem Treiber.


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