Kurz gesagt: OpenAIs Werbegeschäft mit ChatGPT kommt aktuell auf eine hochgerechnete jährliche Umsatzrate von 1 Milliarde US-Dollar. Damit wächst das erst rund 200 Tage alte Geschäft schnell, liegt aber noch deutlich unter dem ursprünglich prognostizierten Jahresziel von 2,5 Milliarden US-Dollar. Parallel erweitert OpenAI ChatGPT Ads auf mehr als 40 Länder und öffnet den Ads Manager für Werbetreibende in Europa, Indien, dem Nahen Osten und Nordafrika.
Werbung entwickelt sich bei OpenAI zunehmend zu einer weiteren Einnahmequelle neben Abonnements, Enterprise-Angeboten und dem nutzungsbasierten API-Zugang. Doch wie aussagekräftig ist die jetzt gemeldete Milliardengrenze tatsächlich?
OpenAI hat bekannt gegeben, dass das Werbegeschäft rund um ChatGPT inzwischen eine Annualized Revenue Run Rate von 1 Milliarde US-Dollar erreicht. Dabei handelt es sich allerdings nicht um bereits erwirtschafteten Jahresumsatz. Die Kennzahl basiert auf dem aktuellen Monatsumsatz, der auf zwölf Monate hochgerechnet wird.
Das ist besonders relevant im Vergleich zu OpenAIs ursprünglicher Prognose: Das Unternehmen hatte für das Werbegeschäft einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar erwartet. Auf Basis der aktuellen Run Rate fehlen dazu noch 1,5 Milliarden US-Dollar.
Das Wachstum fällt dennoch deutlich aus. Seit März 2026 ist die erwartete jährliche Umsatzrate von rund 100 Millionen US-Dollar auf 1 Milliarde US-Dollar gestiegen und hat sich damit innerhalb weniger Monate verzehnfacht. Erste Anzeigen innerhalb von ChatGPT hatte OpenAI Anfang Februar 2026 in den USA getestet. Das Werbegeschäft ist somit erst rund 200 Tage alt.
ChatGPT Ads werden international ausgebaut
ChatGPT Ads sind laut OpenAI inzwischen in mehr als 40 Ländern verfügbar. Mit dem Start des Self-Service-Zugangs über den Ads Manager in Europa, Indien, dem Nahen Osten und Nordafrika können Unternehmen ihre Kampagnen dort nun ohne direkte Vermittlung durch OpenAIs Vertriebsteam buchen.
Anzeigen werden bei Nutzern des kostenfreien ChatGPT-Tarifs sowie der günstigeren Go-Stufe ausgespielt. Nach Angaben von OpenAI stellen diese Gruppen den Großteil der mehr als 1 Milliarde wöchentlich aktiven ChatGPT-Nutzer. Plus-, Pro-, Business-, Enterprise- und Education-Abonnenten sehen dagegen keine Werbung.
Für Werbetreibende entwickelt OpenAI damit zunehmend eine Infrastruktur, die von klassischen digitalen Werbeplattformen bekannt ist. Das Unternehmen setzt auf ein CPC-Modell, bei dem nach Klicks abgerechnet wird, und bietet eine ergebnisoptimierte Gebotssteuerung. Zur Erfolgsmessung stehen ein Tracking-Pixel und eine Conversions API bereit. Ergänzt wird das Angebot durch Product Feeds, Geo-Targeting und Custom Audiences.
Anzeigen nutzen den Kontext der Unterhaltung
OpenAI betont, dass Werbung innerhalb von ChatGPT klar als „Sponsored“ gekennzeichnet werde und keinen Einfluss auf die Antworten des KI-Systems haben solle.
Für die Auswahl relevanter Anzeigen nutzt das Werbesystem den Kontext der aktuellen Unterhaltung. Abhängig von Land und Nutzereinstellungen kann zusätzlich die breitere ChatGPT-Nutzung einbezogen werden, beispielsweise frühere Themen und Interessen des Nutzers.
Damit baut OpenAI nicht nur die internationale Reichweite seiner Werbung aus, sondern schafft zugleich zunehmend die technischen Voraussetzungen für eine eigenständige Werbeplattform rund um ChatGPT. Wie sich dieses Geschäftsmodell weiterentwickelt und welche Rolle Werbung künftig bei der Finanzierung von KI-Diensten spielt, dürfte daher auch für Unternehmen und professionelle Anwender relevant bleiben.
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