Kameras, Daten und KI – Frankfurt setzt auf Innovation.
Kann intelligente Bilderkennung die Taktung am Flughafen neu definieren?
Am Frankfurter Flughafen soll künftig nichts mehr dem Zufall überlassen werden – zumindest nicht beim Thema Flugzeugabfertigung. Mit Hilfe der neuen KI-Technologie „Seer“, einer Entwicklung der Lufthansa-Tochter ZeroG, setzen Fraport und Lufthansa auf smarte Bildanalyse in Echtzeit.
An mehreren Punkten des Airports dokumentieren Kameras nun jeden einzelnen Arbeitsschritt beim Abfertigen – von der Gepäckentladung über das Andocken der Fluggastbrücke bis hin zur Betankung. Jeder Vorgang wird dabei mit einem präzisen Zeitstempel versehen. Ziel ist es, die Prozessdaten sichtbar und nutzbar zu machen. Denn je klarer der Blick auf das Geschehen, desto gezielter lassen sich Abläufe analysieren und optimieren.
Aktuell ist das System bereits an fünf Standorten im Einsatz. Bis Ende September sollen weitere 15 hinzukommen, danach steht der umfassende Rollout an. Die erfassten Daten fließen in Echtzeit zusammen – und machen so Ineffizienzen sofort sichtbar. Ein Gewinn für alle Beteiligten: Airlines erhalten mehr Planungssicherheit, der Flughafen kann seine Ressourcen besser steuern und die Passagiere profitieren von pünktlicheren Abflügen und höherer Servicequalität.
Laut Fraport dauert die Abfertigung aktuell je nach Flugzeugtyp zwischen 35 und 120 Minuten. Diese Zeitspanne soll mithilfe der KI deutlich verschlankt werden. Bereits seit 2023 läuft eine intensive Entwicklungsphase. Ein erfolgreicher Testbetrieb im Frühjahr 2024 hat die Weichen gestellt – nun startet die Skalierung.
