8. Juli 2026

KI-Einsatz im Mittelstand wächst deutlich

Künstliche Intelligenz ist in deutschen Unternehmen deutlich breiter angekommen als noch vor wenigen Jahren. Nach einer Studie der IW Consult im Auftrag des eco – Verbands der Internetwirtschaft e.V. nutzen inzwischen 40 Prozent der deutschen Wirtschaft KI. Der Anteil mittelständischer Unternehmen mit KI-Einsatz ist seit 2024 um 118 Prozent gestiegen.

Die Studienautoren werten diese Entwicklung als klares Zeichen dafür, dass KI in vielen Firmen nicht mehr nur getestet wird. Die Technologie hat das Versuchsstadium verlassen und wird zunehmend praktisch eingesetzt. Auffällig ist dabei, dass KI nicht nur in großen Konzernen eine Rolle spielt. Auch kleinere Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern erreichen inzwischen eine Nutzungsquote von knapp 40 Prozent.

Trotz des deutlichen Wachstums bleibt der Abstand zwischen Nutzern und Nichtnutzern groß: 60 Prozent der deutschen Unternehmen setzen KI bislang noch nicht ein. Als wichtigste Gründe nennen sie fehlende Relevanz für das eigene Geschäftsmodell, fehlende Kapazitäten und datenschutzrechtliche Bedenken. Damit zeigt die Studie nicht nur den Fortschritt, sondern auch die Hürden, die viele Unternehmen weiterhin bremsen.

Der KI-Einsatz verändert zugleich die Anforderungen am Arbeitsmarkt. KI-Kompetenzen werden laut Studie längst nicht mehr nur von spezialisierten IT-Experten erwartet. Die Technologie erreicht Fachbereiche wie Produktion, Logistik und Qualitätsmanagement. In der Industrie stieg der Anteil von Stellenanzeigen mit KI-Anforderungen auf Fachkraftniveau von 10 Prozent in den Jahren 2019 und 2022 auf 17 Prozent im Jahr 2025. Der Umgang mit KI entwickelt sich damit branchenübergreifend zu einer Basis- und Querschnittskompetenz.

Für die repräsentative Studie befragte IW Consult 500 Unternehmen in Deutschland. Die Daten wurden nach Unternehmensgröße gewichtet. Zusätzlich werteten die Forscher rund 55 Millionen Online-Stellenanzeigen aus dem Zeitraum von 2019 bis 2025 aus. IW Consult ist ein privates Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Köln und eine 100-prozentige Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Laut Studie setzen deutsche Firmen weniger darauf, selbst grundlegende Sprachmodelle mit hohem Milliardenaufwand zu entwickeln. Stattdessen nutzen sie global verfügbare Basismodelle und passen diese mit eigenen Industriedaten an spezialisierte Prozesse an. Im Vordergrund steht also nicht die Neuerfindung, sondern die gezielte Veredelung vorhandener KI-Technologie.


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