10. September 2026

KI-Ausgaben sinken: Unternehmen setzen stärker auf günstigere Modelle

Kurz gesagt: Bei besonders ausgabestarken US-Unternehmen sind die medianen KI-Ausgaben pro Mitarbeiter im August um 9,7 Prozent gesunken. Laut Ramp tragen sinkende Preise und der stärkere Einsatz günstigerer Standard-Modelle dazu bei, während teure Frontier-Modelle an Nutzungsanteil verlieren.

Die KI-Adoption in US-Unternehmen wächst weiter, allerdings langsamer als zuvor. Gleichzeitig zeichnet sich bei den größten Unternehmenskunden ein Wandel bei den Ausgaben ab: Sie nutzen KI weiterhin intensiv, zahlen dafür pro Mitarbeiter aber weniger. Wie stark beeinflussen sinkende Modellpreise und die Auswahl kostengünstigerer KI-Modelle die Entwicklung?

Ramp erfasst mit seinem AI Index monatlich, wie US-Unternehmen für KI-Dienste ausgeben. Im August zahlten 43,8 Prozent der erfassten Unternehmen für Anthropic-Dienste, ein Plus von 0,34 Prozentpunkten. OpenAI kam auf 39,8 Prozent und legte damit um 0,09 Prozentpunkte zu. Besonders hoch bleibt die Adoption in technischen Branchen wie IT, Finanzen und professionellen Dienstleistungen.

Ausgaben bei den größten KI-Kunden gehen zurück

Für die Modellanbieter ist vor allem das oberste Prozent der Unternehmen relevant, da diese Gruppe einen Großteil der Enterprise-Umsätze erzeugt. Genau dort gingen die medianen Ausgaben pro Mitarbeiter im August um 9,7 Prozent auf 7.205 Dollar zurück.

Ramp weist allerdings darauf hin, dass diese Kennzahl wegen der vergleichsweise kleinen Unternehmensgruppe stärker schwankt als andere Segmente und nachträglich angepasst werden kann. Ramp-Chefökonom Ara Kharazian nennt zudem saisonale Effekte als möglichen Einflussfaktor, weil viele Ingenieure im August Urlaub nehmen.

Daneben sieht Ramp zwei strukturelle Gründe: sinkende Preise und den Wechsel zu günstigeren Modellen.

Standard-Modelle gewinnen gegenüber Frontier-Modellen

Der effektive Preis pro Million Tokens ist laut Ramp seit dem Jahreshoch im März 2026 um 41 Prozent auf 0,68 Dollar gefallen. OpenAI und Anthropic haben zudem weitere Preissenkungen angekündigt. Das Nutzungsvolumen steigt zwar, könnte nach Einschätzung Kharazians aber nicht schnell genug wachsen, um den Preisrückgang vollständig auszugleichen.

Beim zusätzlichen Nutzungsvolumen profitieren vor allem günstigere Standard-Modelle wie GPT-5.6 Terra und Modelle aus Claudes Sonnet-Serie. Teurere Frontier-Modelle wie Opus, Fable und Sol kamen zuletzt nur noch auf einen Anteil von 45 Prozent am Token-Volumen, nachdem sie im August noch einen Höchststand von 53 Prozent erreicht hatten.

Laut Kharazian führen Unternehmen zunehmend firmenweite Vorgaben ein, die den Einsatz teurer Frontier-Modelle begrenzen. Standard-Modelle gelten für viele Aufgaben als ausreichend leistungsfähig und zugleich kosteneffektiver.

Open-Weight-Modelle spielen bislang nur eine Nebenrolle

Der Trend zu günstigeren KI-Modellen wird laut Ramp nicht wesentlich durch Open-Weight- oder chinesische Modelle getragen. Nur 6,4 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen auf der Ramp-Plattform setzen Open-Weight-Modelle ein. Bezogen auf alle Unternehmen liegt der Anteil bei lediglich 3,6 Prozent.

Da Ramp die Nutzung über Routing-Plattformen erfasst, die auch Zugriff auf geschlossene Modelle bieten, könnte die tatsächliche Open-Source-Adoption sogar noch niedriger ausfallen.

Für Unternehmen wird damit neben der reinen Leistungsfähigkeit eines Modells zunehmend auch dessen Wirtschaftlichkeit relevant. Wenn Standard-Modelle für viele Aufgaben ausreichen, können Vorgaben zur Modellauswahl helfen, KI-Nutzung gezielter und kosteneffizienter zu steuern.

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