Kurz gesagt: IBM Power Autonomous Operations (PAO) 1.0 unterstützt die Verwaltung von Power-Servern mit KI-gestützter Überwachung, Fehleranalyse und natürlichsprachlichen Abfragen. Die Software erkennt Kapazitätsengpässe, empfiehlt Optimierungen und kann freigegebene Maßnahmen automatisch umsetzen. Direkte Integrationen in Gastbetriebssysteme sind noch geplant.
Wie lassen sich komplexe IBM-Power-Umgebungen effizienter betreiben, ohne jede Verwaltungsaufgabe manuell auszuführen? IBM setzt dafür auf einen integrierten KI-Agenten. Die seit dem 23. September 2026 verfügbare Software PAO soll Administratoren beim Betrieb von Systemen mit IBM i, AIX und Linux unterstützen. Vorgestellt wurde sie gemeinsam mit dem Power-Einstiegsserver S1112 und dem Entwicklungsassistenten Bob 2.0.
KI übernimmt Überwachung und Fehleranalyse
PAO überwacht Power-Systeme kontinuierlich, analysiert Warnmeldungen und schlägt geeignete Gegenmaßnahmen vor. Über natürliche Sprache können Administratoren Informationen abrufen und Optimierungsaufgaben anstoßen. Das soll auch Teams ohne umfassendes Spezialwissen entlasten.
Laut IBM lassen sich Kapazitätsengpässe bis zu 15-mal schneller erkennen und beheben als bei manueller Bearbeitung. Der KI-Agent wertet dafür Informationen aus, die bislang über mehrere Verwaltungskonsolen zusammengetragen werden mussten. Die genannte Beschleunigung ist eine Herstellerangabe.
Automatische Eingriffe bleiben kontrollierbar: Maßnahmen mit geringem Risiko können abhängig von den eingerichteten Berechtigungen selbstständig erfolgen. Andere Änderungen benötigen zunächst eine Freigabe.
Bereitstellung und technische Integration
PAO wird als virtuelle Appliance innerhalb einer PowerVM-LPAR oder auf IBM Power Virtual Server (PowerVS) betrieben. Die Basiskonfiguration umfasst laut IBM zwei zugewiesene Prozessorkerne, vier gemeinsam genutzte virtuelle Prozessoren ohne feste Obergrenze, 32 GByte RAM und 500 GByte Speicherplatz. Zusätzliche externe Infrastruktur sei nicht erforderlich.
Lokale Systeme werden über die Hardware Management Console (HMC) angebunden. Auch IBM-i-LPARs auf Power10- und Power11-Servern lassen sich bereits überwachen und optimieren. Dazu erfasst PAO unter anderem Prozessor- und Speicherauslastung und erstellt Empfehlungen auf Grundlage cloudbasierter KI-Inferenz.
Eine Einschränkung bleibt: Daten, die unmittelbar aus Gastbetriebssystemen wie IBM i oder AIX stammen, werden derzeit noch nicht unterstützt.
Mehr als 40 Funktionen über MCP
Für die technische Integration stellt IBM über zwei MCP-Server (Model Context Protocol) mehr als 40 Funktionen bereit. „power-mission-control-mcp“ auf Port 8001 liefert unter anderem Informationen zu virtuellen Maschinen, dynamischen CPU- und RAM-Anpassungen mittels DLPAR, Energieverbrauch und Speichervolumes.
„hmc-mcp“ auf Port 8004 unterstützt die Analyse von Serviceereignissen, System Reference Codes (SRCs), Hardwarefehlern und Log-Dumps.
IBM demonstrierte außerdem, wie Administratoren per Chat den Status und die Ressourcenzuweisung ihrer IBM-i-Partitionen abfragen und Optimierungsmaßnahmen ausführen lassen können.
Weitere MCP-Server, eine direkte IBM-i-Integration und zusätzliche Softwareanbindungen stehen auf der Roadmap. Geplant ist auch eine Version für vollständig vom Netzwerk getrennte Umgebungen. Über OpenTelemetry sollen sich zudem Verbindungen zu weiteren AIOps-Werkzeugen realisieren lassen.
PAO zeigt damit, wie agentenbasierte KI die klassische Serveradministration um automatisierte Analysen und kontrollierte Eingriffe ergänzen kann. Während IBM Bob 2.0 die Softwareentwicklung unterstützen soll, richtet sich PAO gezielt an den IT-Betrieb.
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