Ein KI-Beschleuniger für Profis – jetzt im Desktop-Format.
Kann ein 1400-Watt-Board mit 784 GB RAM wirklich in einen Tower passen?
Asus sorgt für Aufsehen in der KI-Community: Mit dem ExpertCenter Pro ET900N G3 bringt der Hersteller erstmals Nvidias bisher ausschließlich in Servern verbautes GB300-Board in ein Desktop-Gehäuse. Ein mutiger Schritt – schließlich handelt es sich dabei um eines der leistungsstärksten und teuersten KI-Boards überhaupt.
Im Inneren werkelt Nvidias Grace-Prozessor mit satten 72 Neoverse-V2-Kernen und der GPU-Ausbaustufe Blackwell Ultra. Der High-End-Chip ist mit 288 GB HBM3e ausgestattet, der eine Datenrate von 8 TByte/s ermöglicht. Zusätzlich stehen 496 GB LPDDR5X zur Verfügung – in Summe ergibt das beeindruckende 784 GB RAM.
Ein Netzwerkprozessor vom Typ ConnectX-8 (SuperNIC) ermöglicht Datenraten von 800 GByte/s. Damit lassen sich mehrere Workstations problemlos miteinander vernetzen – perfekt für verteiltes Training großer KI-Modelle.
Asus positioniert das System klar als KI-Workstation. Es eignet sich besonders für das Training von Modellen, wenn die benötigten Daten im Arbeitsspeicher Platz finden. Zwar lassen sich auch Spiele darauf ausführen, doch die künstlich eingeschränkten 3D-Fähigkeiten der Server-GPU machen es wenig sinnvoll für Gamer.
Beim Betriebssystem setzt Asus auf Nvidias DGX OS (Ubuntu-basiert), das direkt auf der SSD vorinstalliert ist. Wer Interesse hat, braucht allerdings Geduld und ein großes Budget: Nvidia plant den Marktstart des GB300 erst für die zweite Jahreshälfte 2025. Einen Preis nennt Asus noch nicht, doch mit Beträgen jenseits der 100.000 Euro ist zu rechnen.
Auch das Gehäusedesign ist laut Asus noch nicht final. Die aktuell gezeigte graue Variante ist bereits überarbeitet – eine frühere schwarze Version mit optischem Laufwerk gilt als veraltet.
