Alphabet zieht im KI-Wettlauf das bisher dickste finanzielle Brett: Für 2026 plant Google Investitionen von bis zu 185 Milliarden US-Dollar, um Rechenzentren, Server und KI-Beschleuniger massiv auszubauen. Die Message dahinter ist klar: Wer die meiste Rechenleistung hat, setzt das Tempo – bei Gemini genauso wie in der Cloud.
Google-Chef Sundar Pichai hat die Größenordnung im Earnings Call zum vierten Quartal 2025 konkret beziffert: 175 bis 185 Milliarden Dollar CapEx stehen im Raum – nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr. Der überwiegende Teil soll direkt in Infrastruktur fließen: neue Rechenzentren weltweit, mehr Hardware, mehr Kapazität.
Dass Google diese „Hardware-Schraube“ so weit aufdreht, hat einen sehr praktischen Grund: Gemini skaliert. Die Gemini-App kommt laut Angaben mittlerweile auf über 750 Millionen monatlich aktive Nutzer. Solche Lasten lassen sich nicht „mal eben“ mit ein paar zusätzlichen Server-Racks auffangen – vor allem dann nicht, wenn gleichzeitig neue Funktionen ausgerollt werden sollen und die Antwortzeiten niedrig bleiben müssen. Ohne laufende Upgrades drohen Engpässe, die Nutzer und Entwickler sofort spüren würden.
Finanziell kommt die Offensive aus einer komfortablen Position: Alphabet meldete erstmals mehr als 400 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Während Suche und Werbung weiterhin stabil laufen, profitiert besonders die Cloud-Sparte von der KI-Nachfrage aus der Industrie. Unternehmen mieten Rechenleistung, um eigene KI-Anwendungen zu betreiben – genau hier zahlt die Infrastruktur direkt auf Wachstum ein.
Spannend ist aber auch der Haken: Geld allein löst nicht jedes Problem. Pichai hat auf mögliche Lieferengpässe hingewiesen – Chips, Energieinfrastruktur und Lieferketten sind aktuell die realen Bremsklötze. Das Budget kann bereitstehen, aber die Umsetzung hängt stark davon ab, ob Hardware-Partner liefern können und ob Strom- und Standortfragen schnell genug geklärt werden.
