20. Februar 2026

Claude Sonnet 4.6: Mehr Kontext, bessere Tools, weniger Token-Kosten

Anthropic schiebt mit Claude Sonnet 4.6 ein Update nach, das vor allem Entwickler und Power-User aufhorchen lässt. Was bedeutet das konkret für Coding, Tool-Nutzung und agentische Workflows im Alltag?

Claude Sonnet 4.6 wird zunächst als Beta ausgerollt und soll für viele Nutzer schnell zur neuen „Default“-Erfahrung werden: Im kostenlosen Claude-Chat ist es als Standardmodell vorgesehen, und auch im Pro-Abo soll künftig Sonnet 4.6 laufen. Interessant ist dabei die Positionierung: Sonnet bleibt das „mittlere“ Modell der Claude-Familie – Haiku für Tempo und Effizienz, Opus für maximale Leistung bei sehr komplexen Aufgaben.

Trotzdem legt Anthropic die Latte bei Sonnet 4.6 deutlich höher. Laut den veröffentlichten Benchmarks rückt Sonnet 4.6 ergebnistechnisch in einen Bereich, der zwischen Opus 4.5 und Opus 4.6 liegt – mit dem klaren Vorteil, dass Sonnet spürbar günstiger bleibt. In der Praxis hängt das natürlich stark davon ab, welche Aufgaben du wirklich fährst: Ein Benchmark ist ein Indikator, aber kein Ersatz für echte Workloads.

Der auffälligste technische Sprung ist das neue Kontextfenster: bis zu eine Million Token. Das ist für Wissensarbeit, längere Dokumente, große Chat-Historien oder mehrstufige Agenten-Setups eine echte Hausnummer – und gleichzeitig ein Kostenfaktor, wenn man es ungebremst nutzt. Genau hier setzt Anthropic mit neuen Entwicklerfunktionen an, die Token sparen sollen, unter anderem eine Kontextverdichtung, die ältere Gesprächsteile kompakter zusammenfasst.

Bei sehr „tiefem Reasoning“, wenn mehrere Agenten koordiniert werden oder wenn es um massives Codebase-Refactoring geht, sieht Anthropic weiterhin Opus als erste Wahl. Das passt zur Praxis: Je größer und verschachtelter die Aufgabe, desto eher lohnt sich die zusätzliche Leistungsreserve – auch wenn sie schnell teuer werden kann.

Ein weiterer Fokus liegt auf Computer Use, also der Fähigkeit, ganz normale Software so zu bedienen, wie ein Mensch es tun würde – ohne dass Anwendungen speziell für KI „umgebaut“ werden müssen. In OSWorld, einem Benchmark, der genau solche Interaktionen testet, soll Sonnet 4.6 laut Anthropic 72,5 % der Aufgaben lösen; die Vorgängerversion Sonnet 4.5 kam auf 61,4 %. Beispiele sind typische Desktop- und Entwickler-Tools wie LibreOffice, Chrome oder VS Code.

Spannend (und wichtig) ist dabei das Sicherheitskapitel: Computer-Use-Szenarien gelten als besonders anfällig für Prompt-Injection-Angriffe, etwa durch versteckte Anweisungen auf Webseiten. Sonnet 4.6 soll solche Angriffe besser erkennen und nach Möglichkeit umgehen – aber Anthropic macht zugleich klar, dass das Problem damit nicht „einfach weg“ ist. Für produktive Setups heißt das: Schutzmechanismen, Rechtebegrenzungen und saubere Tool-Grenzen bleiben Pflicht, nicht Kür.


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