29. Januar 2026

Chrome bekommt einen KI-Agenten: Auto Browse soll ganze Web-Aufgaben übernehmen

Google schiebt agentische KI direkt in den Browser – und das deutlich über klassisches Autofill hinaus. Was bedeutet das konkret für Reisen, Formulare und Terminplanung im Alltag?

Auto Browse (basierend auf Gemini 3) ist darauf ausgelegt, mehrstufige Abläufe im Web selbstständig abzuarbeiten: von der Recherche nach Flug- und Hotelpreisen über das Ausfüllen von Online-Formularen bis hin zur Verwaltung von Abonnements. Laut Google testen Nutzer bereits Workflows wie das Einholen von Handwerkerangeboten, das Prüfen von Rechnungen oder das Einreichen von Spesenberichten. Spannend: Durch den Zugriff auf Googles Passwortmanager kann der Agent auch auf Seiten agieren, die eine Anmeldung erfordern.

Der Knackpunkt bleibt die Zuverlässigkeit. Ein vielzitierter Realitätscheck: In einem Test mehrerer KI-Browser-Agenten kam The Verge im Dezember zu dem Schluss, dass komplexe Aufgaben oft nicht stabil funktionieren – mit Nachfragen, Fehlern und wiederholter Prompt-Nacharbeit. Damit steht und fällt der Nutzen von Auto Browse letztlich mit der Qualität der Ausführung im Alltag und nicht mit der Feature-Liste.

Technisch interessant ist die multimodale Ausrichtung: Wer ein Foto (z. B. Partydeko) hochlädt, soll passende Produkte finden lassen – inklusive Warenkorb-Aktion, Budgetgrenzen und automatischer Anwendung verfügbarer Rabattcodes. Für diese Commerce-Abläufe setzt Google auf das Universal Commerce Protocol (UCP), einen offenen Standard, der zusammen mit Partnern wie Shopify, Etsy, Wayfair und Target entwickelt wurde und eine einheitliche Schnittstelle für Produktsuche, Kauf und Support bieten soll.

Beim Thema Sicherheit geht Google auf Nummer sicher: Auto Browse soll bei sensiblen Aktionen pausieren und vor Käufen oder Social-Media-Posts eine Bestätigung einholen. Das ist sinnvoll – gerade weil agentische Systeme eine zusätzliche Angriffsfläche eröffnen. Als Warnsignal taugen frühere Vorfälle, bei denen Agenten durch manipulierte Webseiteninhalte zu riskanten Aktionen verleitet werden konnten.

Parallel verankert Google Gemini dauerhaft über ein Side-Panel in Chrome. Damit lassen sich z. B. Bewertungen über mehrere Websites hinweg zusammenfassen oder freie Kalendertermine schneller finden, ohne ständig zwischen Tabs zu wechseln. Zusätzlich kommt „Nano Banana“ für Bildbearbeitung per Textprompt direkt im Browser – Upload, Anweisung, Anpassung, ohne Umweg über lokale Tools.

Noch stärker wird es durch die tiefe Verzahnung mit Google-Diensten wie Gmail, Kalender, YouTube, Maps, Shopping und Flights: Aus einer alten Mail Konferenzdetails ziehen, Flüge vorschlagen und eine Nachricht an Kolleg:innen mit Ankunftszeit entwerfen – genau diese End-to-End-Ketten sind das Versprechen agentischer Assistenten.

Wichtig für die Einordnung: Auto Browse startet zunächst in den USA und ist dort an kostenpflichtige Abos gebunden (AI Pro bzw. AI Ultra). In den kommenden Monaten soll außerdem „Personal Intelligence“ folgen, also gespeicherter Gesprächskontext für personalisierte Antworten – ein Feature, das zugleich Komfort- und Datenschutzfragen verschärft.


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