Apple will die Nutzung seiner neuen Foundation Models deutlich attraktiver machen. Wer KI-Funktionen in eine App einbauen möchte, soll unter bestimmten Bedingungen auf Cloud-Modelle zugreifen können, ohne dafür API-Kosten zahlen zu müssen.
Die Regelung richtet sich vor allem an kleinere Entwickler und App-Teams. Voraussetzung ist, dass eine Anwendung weniger als zwei Millionen Erst-Downloads im App Store erreicht hat. Damit liegt die Schwelle deutlich anders als beim Small-Business-Entwicklerprogramm von Apple, das sich an Unternehmen mit weniger als einer Million US-Dollar Jahresumsatz richtet.
Technisch geht es um Apples Foundation Models der dritten Generation. Sie sollen durch die Verbindung eigener Apple-Technik mit Googles Gemini-Modellen leistungsfähiger werden und Siri AI sowie weitere KI-Funktionen auf iPhone, iPad und Mac voranbringen. Für Entwickler ist vor allem relevant, dass Apple seine KI-Modelle stärker über Schnittstellen nutzbar machen will.
Die Cloud-Modelle laufen über Apples Datenschutzarchitektur Private Cloud Compute. Nach Apples Darstellung können dabei weder Apple noch Dritte auf die verarbeiteten Inhalte zugreifen. Bislang lief dieses System auf Apples eigenen KI-Servern. Künftig wird es auch in die Google Cloud verlagert, wo Nvidia-Chips zum Einsatz kommen.
Ganz geklärt ist der Umfang des kostenfreien Angebots allerdings noch nicht. Apple spricht zwar von Apple Foundation Models in Private Cloud Compute und nennt keine API-Kosten, sagt aber nicht ausdrücklich, welche der Cloud-Modelle darunterfallen. Neben AFM 3 Cloud als Standardmodell gibt es auch ADM 3 Cloud Image für Bildgenerierung und Bildbearbeitung sowie AFM 3 Cloud Pro für komplexes Reasoning und erstmals auch Agentic-Tool-Use. Damit bleibt offen, ob das Pro-Modell ebenfalls Teil des kostenfreien Angebots ist. Ebenso fehlen bislang Angaben dazu, welche Preise für Apps mit mehr als zwei Millionen Downloads gelten.
Apple hatte Apple Intelligence bereits zuvor über APIs für Entwickler geöffnet. Weil die eigenen Modelle technisch hinter Angeboten von OpenAI und anderen Anbietern lagen, griffen Entwickler bei anspruchsvolleren Aufgaben jedoch häufig zu anderen Diensten. Mit AFM 3 will Apple diese Lücke nun verkleinern und die Nutzung im eigenen Ökosystem erleichtern.
Insgesamt umfasst die neue Modellfamilie fünf Varianten. AFM 3 Core und AFM 3 Core Advanced laufen lokal auf Geräten und bringen drei beziehungsweise 20 Milliarden Parameter mit, wobei die größere Variante als Sparse-Architektur weniger Speicher benötigen soll. In der Cloud kommen AFM 3 Cloud, ADM 3 Cloud Image und AFM 3 Cloud Pro hinzu. Entwickler können die Modelle bereits in den aktuellen Developer-Betas von iOS 27, macOS 27 und weiteren Apple-Systemen testen.
