14. Juni 2026

NotebookLM wird zum Office-Assistenten für Tabellen, Folien und Reports

Google erweitert NotebookLM deutlich über die reine Auswertung von Notizen und Dokumenten hinaus. Das KI-Tool kann Ergebnisse nun direkt als Excel-Dateien, PowerPoint-Präsentationen, PDFs, Diagramme und weitere Formate ausgeben. Für Anwender stellt sich damit eine praktische Frage: Wie viel manuelle Office-Arbeit lässt sich künftig direkt aus vorhandenen Quellen heraus erledigen?

Mit dem Update wechselt NotebookLM auf Gemini 3.5 und erhält neue Exportfunktionen für gängige Arbeitsformate. Unterstützt werden unter anderem XLSX für Microsoft Excel, PPTX für PowerPoint, PDF, DOCX, Markdown, Textdateien sowie CSV und JSON. Auch Visualisierungen und Bilder lassen sich in Formaten wie PNG, SVG, JPG und GIF erzeugen.

Die Dateien entstehen im Studio-Panel von NotebookLM. Von dort können Nutzer sie herunterladen oder per Prompt weiter anpassen lassen, etwa um Inhalte zu ergänzen oder Fehler zu korrigieren. Aus hochgeladenen Quellen lassen sich so beispielsweise Budget-Tabellen, Projektberichte mit eingebetteten Diagrammen oder komplette Foliensätze erstellen. Aufgaben, die bisher oft über mehrere Anwendungen verteilt waren, rücken damit näher an den eigentlichen Recherche- und Analyseprozess heran.

Technisch bekommt jedes Notebook zusätzlich einen sogenannten „Secure Cloud Computer“. In dieser Cloud-Umgebung kann NotebookLM Code schreiben und ausführen, etwa für Datenanalysen oder Visualisierungen. Google stellt dafür mehr als 100 kuratierte „Software Skills“ bereit. Zugleich wird NotebookLM in die agentische Plattform Antigravity integriert, die größere Aufgaben in Teilschritte zerlegen und Sub-Agenten parallel ausführen kann.

Für den professionellen Einsatz bleibt allerdings wichtig, dass Google im Blog keine konkreten Details zu Sicherheitsmaßnahmen wie Container-Isolierung, Netzwerkgrenzen oder Audit-Logs nennt. Gerade bei sensiblen Unternehmensdaten ersetzt die neue Funktionalität daher keine eigene Risikoanalyse.

NotebookLM soll künftig außerdem stärker bei offenen Fragestellungen helfen. Statt nur bereits hochgeladene Dokumente auszuwerten, kann das Tool über die Google-Suche relevante Quellen im Web finden und zur Übernahme ins Notebook vorschlagen. Laut Google bleibt die Entscheidung über die Quellenauswahl beim Nutzer, Quellen müssen ausdrücklich hinzugefügt werden und Antworten sollen weiterhin mit Quellenangaben versehen sein. Eine sorgfältige manuelle Recherche wird dadurch aber nicht vollständig ersetzt, etwa wenn Quellenvielfalt, Paywalls oder Verzerrungen im öffentlichen Web eine Rolle spielen.

Die neuen Funktionen werden zunächst global im Web für Nutzer mit Google AI Ultra sowie für Workspace-Business-Kunden mit AI Ultra Access und AI Expanded Access freigeschaltet. Weitere Konten sollen später folgen. Damit bindet Google die erweiterten NotebookLM-Funktionen vorerst klar an kostenpflichtige KI-Tarife. Für professionelle Anwender, die Recherche, Analyse und Office-Ausgabe enger verzahnen möchten, kann das ein produktiver Schritt sein – vorausgesetzt, Datenschutz, Quellenqualität und interne Freigabeprozesse werden sauber mitgedacht.


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