10. Mai 2026

AWS bringt KI-Agenten in Legacy-Anwendungen ohne API-Zwang

AWS bringt KI-Agenten direkt in seine WorkSpaces-Umgebung und eröffnet Unternehmen damit neue Möglichkeiten zur Automatisierung bestehender Softwarelandschaften. Besonders spannend: Die Agenten arbeiten nicht über klassische APIs, sondern direkt über die vorhandene Benutzungsoberfläche. Welche Auswirkungen könnte das auf den Umgang mit Legacy-Systemen haben?

Viele Unternehmen kämpfen seit Jahren mit älteren Anwendungen, Mainframe-Systemen und spezialisierten Fachclients, die kaum moderne Schnittstellen bieten. Genau hier setzt AWS nun an. Statt Anwendungen teuer umzubauen oder zusätzliche APIs zu entwickeln, sollen KI-Agenten künftig wie echte Anwender agieren: klicken, tippen, scrollen und Inhalte auf dem Bildschirm analysieren.

AWS integriert diese Funktionen direkt in seinen Virtual-Desktop-Dienst WorkSpaces. Die Agenten authentifizieren sich über AWS Identity and Access Management (IAM) und greifen über einen verwalteten MCP-Endpunkt auf virtuelle Desktops zu. Das dahinterliegende Model Context Protocol bildet dabei die technische Grundlage zwischen Agent und Werkzeugen.

Besonders interessant ist die Kombination aus Computer Vision und Computer Input. Die Agenten analysieren Bildschirmaufnahmen, erkennen Formulare, Tabellen oder Schaltflächen und reagieren anschließend mit Maus- oder Tastatureingaben. Damit lassen sich auch ältere Anwendungen automatisieren, die bislang keinerlei moderne API-Anbindung besitzen.

Zusätzlich stellt AWS Funktionen wie Screenshot Storage bereit. Dadurch können Bildschirmaufnahmen für Audits oder Fehlersuche gespeichert werden. Unternehmen profitieren gleichzeitig davon, dass sämtliche Sicherheits- und Governance-Mechanismen innerhalb der bestehenden WorkSpaces-Umgebung erhalten bleiben. Aktivitäten der Agenten lassen sich laut AWS über CloudTrail und CloudWatch nachvollziehen und protokollieren.

Zur Demonstration zeigt AWS einen typischen Workflow aus einem Apotheken-System: Der Agent öffnet Patientendaten, sucht Medikamente, stößt Bestellungen an und bestätigt Prozesse vollständig über die vorhandene Oberfläche. Anpassungen an der eigentlichen Anwendung waren dafür nicht notwendig.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Integration gängiger Agent-Frameworks. AWS nennt hier unter anderem LangChain, CrewAI und Strands Agents. Die Public Preview ist bereits in mehreren Regionen verfügbar – darunter auch Frankfurt.

Gerade für Unternehmen mit komplexen Altanwendungen könnte dieser Ansatz interessant werden. Statt kostspieliger Modernisierungsschritte rückt nun die intelligente Steuerung bestehender Systeme stärker in den Fokus.


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