Microsoft baut SharePoint gerade so um, als wäre es die Schaltzentrale für den Arbeitsalltag in Microsoft 365 – nur eben mit KI im Mittelpunkt.
Schon ab März 2026 soll eine Preview starten, der breite Rollout ist für April 2026 angekündigt. Viel Konkretes verrät Microsoft noch nicht, aber die Richtung ist klar: SharePoint soll einfacher, konsistenter und deutlich stärker auf drei Kernaufgaben ausgerichtet werden – Wissen finden, Inhalte veröffentlichen und Lösungen bauen. Das klingt nach einem klaren Versuch, SharePoint von „Ablage & Intranet“ hin zu einer Plattform zu machen, auf der Teams schneller zu verlässlichen Informationen kommen und Inhalte effizienter entstehen.
Spannend ist dabei vor allem der KI-Unterbau: Microsoft spricht von einer neuen Informationsarchitektur und einer einheitlichen Designsprache als Basis für KI-gestützte Inhaltserstellung „über die gesamte Plattform“. Das ist mehr als Kosmetik – wenn Struktur, Metadaten und Layouts konsequent vereinheitlicht werden, kann KI deutlich besser suchen, zusammenfassen, empfehlen und Inhalte kontextbezogen erstellen.
Was schon heute drin ist – und warum das wichtig bleibt
Auch wenn das „neue SharePoint“ noch nicht im Detail beschrieben ist: SharePoint hat bereits KI-Funktionen an Bord. Seit Oktober 2024 laufen Copilot-Agents in der Public Preview. Diese Agents lassen sich ohne Programmierung erstellen, sind in der Regel auf die Inhalte einer Site beschränkt, und jede Site bringt einen vordefinierten Agent mit. Zusätzlich können Unternehmen eigene Agents für spezielle Aufgaben aufsetzen – etwa als Coach oder als Sparringspartner fürs Brainstorming.
Die aktuelle KI-Integration deckt bereits typische Szenarien ab: Inhalte erstellen und überarbeiten, Daten und Reports analysieren, Sites und Seiten generieren, Visualisierungen bauen sowie personalisierte Empfehlungen ausspielen. Technisch hängen die Agents am Copilot Studio und können über Power Automate Prozesse automatisieren – inklusive Berechtigungslogik, sodass nicht plötzlich Inhalte sichtbar werden, die eigentlich geschützt sind.
Cloud-only: der entscheidende Haken
Ein wichtiger Punkt für viele IT-Abteilungen: Die neuen KI-Features sind nur für Cloud-Kunden vorgesehen. Unterstützt werden Android, Desktop, iOS und Web. Für klassische On-Premises-Installationen von SharePoint Server ist nach aktuellem Stand keine Unterstützung geplant. Wer SharePoint 2019 oder vergleichbare On-Premises-Setups nutzt, wird für moderne KI-Funktionen sehr wahrscheinlich in Richtung Hybrid-Architektur mit Azure-Diensten gehen müssen.
Die Details hat Microsoft in der Microsoft 365 Roadmap veröffentlicht (ID 547732).
