Ein neuer offener Standard verspricht, das bisherige Schnittstellen-Chaos bei großen Sprachmodellen spürbar zu reduzieren – ist das der nächste logische Schritt hin zu echter KI-Interoperabilität?
Was OpenAI mit Open Responses vorstellt, ist mehr als nur eine weitere API-Variante. Der Open-Source-Standard definiert eine einheitliche, herstellerunabhängige JSON-Schnittstelle, über die Clients mit unterschiedlichsten Sprachmodellen kommunizieren können. Technisch baut das Konzept auf der bereits bekannten Responses API auf, die Chat Completions und Assistant API zusammengeführt hat und damit die Grundlage für eigenständig agierende KI-Agenten bildet.
Der entscheidende Mehrwert liegt in der Vereinheitlichung. Bislang mussten Entwicklerinnen und Entwickler für jedes einzelne LLM eigene Adapter pflegen – ein erheblicher Wartungsaufwand und ein Hemmnis für flexible Architekturen. Open Responses setzt genau hier an und standardisiert sowohl den Modellaufruf als auch Streaming-Ergebnisse und agentenbasierte Workflows. Ziel ist eine echte Austauschbarkeit der Modelle, unabhängig vom Anbieter.
Dass OpenAI diesen Standard nicht allein treiben will, unterstreicht die strategische Bedeutung. Mit Launch-Partnern wie Hugging Face, Nvidia, Ollama, OpenRouter oder Vercel signalisiert das Unternehmen Offenheit und sucht aktiv die Zusammenarbeit mit der Community. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit Mozillas Projekt any-llm, dass der Bedarf nach solchen Lösungen im Markt längst vorhanden ist.
Besonders interessant ist der einfache Umstieg für bestehende Nutzer der Responses API. OpenAI verspricht minimale Anpassungen, vor allem im Bereich der agentischen Argumentation. Neue Parameter wie encrypted_content, summary und content erlauben es, Reasoning Traces gezielt zu steuern oder vollständig zugänglich zu machen. Das erhöht nicht nur Transparenz, sondern erleichtert auch den späteren Wechsel zwischen Anbietern erheblich.
