OpenAI hat 2025 ein bemerkenswertes Wachstum hingelegt: Der Jahresumsatz soll die Marke von 20 Milliarden US-Dollar überschritten haben. Hinter dieser Entwicklung steckt vor allem ein Faktor, der in der KI-Branche immer mehr zur entscheidenden Stellschraube wird: verfügbare Rechenleistung. Was passiert, wenn sich Infrastruktur, bessere Modelle und Produktnutzung gegenseitig hochschaukeln?
Rechenpower als Wachstumsmotor
OpenAI beschreibt einen klaren Verstärkerkreislauf: Mehr Rechenleistung ermöglicht leistungsfähigere Modelle, diese führen zu besseren Produkten, die breiter genutzt werden. Die wachsende Nutzung treibt wiederum den Umsatz – und der finanziert dann die nächste Ausbaustufe der Infrastruktur. Konkret soll OpenAI seine verfügbare Rechenleistung innerhalb von zwei Jahren von 0,2 Gigawatt (2023) über 0,6 Gigawatt (2024) auf rund 1,9 Gigawatt (2025) erhöht haben. Parallel dazu meldet das Unternehmen weiterhin Rekordwerte bei täglich und wöchentlich aktiven Nutzern.
Werbung in ChatGPT: Monetarisierung unter Kostendruck
So eindrucksvoll die Zahlen wirken, zeigen sie auch die Kehrseite der KI-Ökonomie: Moderne Modelle sind extrem teuer im Betrieb und in der Weiterentwicklung. OpenAI will deshalb Werbung in ChatGPT testen – zunächst in den USA. Das ist ein deutlicher Kurswechsel, zumal CEO Sam Altman Werbung noch im Oktober 2024 öffentlich ablehnte. In der Praxis ist das jedoch nachvollziehbar: Wenn Infrastruktur zur Engpassressource wird und Konkurrenzdruck steigt, rücken zusätzliche Einnahmequellen zwangsläufig in den Fokus.
Neue Geschäftsmodelle: Von Abos hin zu Ergebnissen
OpenAI skizziert darüber hinaus eine nächste Stufe der Monetarisierung, die über klassische Abonnements hinausgehen soll: Lizenzmodelle, IP-basierte Vereinbarungen und ergebnisorientierte Preisgestaltung. Hintergrund ist, dass KI zunehmend in Bereichen eingesetzt wird, in denen messbarer wirtschaftlicher Nutzen entsteht – etwa in der Forschung, Arzneimittelentwicklung, Energiesystemen oder der Finanzmodellierung. Dort wird nicht nur „Zugang zu KI“ bezahlt, sondern konkret der geschaffene Mehrwert.
Agenten als nächste Plattform-Welle
Der Ausblick für 2026 ist strategisch klar: OpenAI will stärker in Richtung Agenten und Workflow-Automatisierung gehen. Gemeint sind Systeme, die nicht nur antworten, sondern Aufgaben über längere Zeiträume hinweg steuern, Kontext behalten und toolübergreifend handeln können. Für Einzelpersonen kann das bedeuten, dass Projekte und To-dos tatsächlich abgearbeitet werden. Für Unternehmen ist es perspektivisch eine neue Betriebsebene für Wissensarbeit – also ein Schritt weg vom Chat-Interface hin zu kontinuierlich laufenden KI-Prozessen.
