Am Flughafen Berlin Brandenburg steht seit Mai ein neuer digitaler Helfer bereit: die KI-Säule „Kiana“. Aber wie hilfreich ist sie wirklich für Reisende?
Wer im Terminal 1 unterwegs ist, kann über einen Touchscreen, Lautsprecher und ein Mikrofon seine nächste Bahnverbindung erfragen. Hinter der Stimme steckt ein Large Language Model, das in neun Sprachen antworten kann – von Deutsch bis Englisch. Praktisch für die 70.000 bis 95.000 Gäste, die täglich den BER nutzen, von denen rund die Hälfte mit der Bahn weiterfährt.
Stärken mit deutlichen Schwächen
In der Praxis zeigt sich, dass „Kiana“ noch nicht fehlerfrei arbeitet. Häufig versteht die KI erst nach mehreren Versuchen, was gefragt ist – der hohe Geräuschpegel am Flughafen macht ihr das Leben schwer. Auch umgekehrt müssen Fahrgäste genau hinhören, um die Antworten zu verstehen. Unterstützung gibt es von einem Bahn-Mitarbeiter vor Ort, allerdings nur werktags zwischen 9 und 15 Uhr.
Ticketkauf? Fehlanzeige
Tickets verkauft „Kiana“ nicht. Stattdessen gibt es bei Interesse einen QR-Code, der zur DB-Navigator-App oder Bahn-Website führt. Seit der Einführung wurden über 1000 Gespräche geführt, etwa die Hälfte davon auf Englisch. Zwischen 5 und 10 Prozent der Nutzer kauften anschließend über den QR-Code ein Ticket.
Zukunft noch offen
Das Projekt läuft zunächst bis Oktober. Danach will die Deutsche Bahn die Daten auswerten und entscheiden, ob und wo „Kiana“ künftig noch eingesetzt wird – Gespräche für weitere Standorte gibt es bereits.
