OpenAI hat mit dem ChatGPT Agent einen spannenden, neuen Helfer vorgestellt. Wie genau unterstützt er Nutzer – und wo liegen die Grenzen?
Der neue ChatGPT Agent kombiniert die Fähigkeiten mehrerer bisher getrennter Modelle von OpenAI: den Operator für die Interaktion mit Webseiten, Deep-Research für tiefgehende Recherchen und die bekannte ChatGPT-Konversationsintelligenz. Damit kann der Agent eigenständig Aufgaben übernehmen, als würde er einen virtuellen Computer steuern. Ein paar beeindruckende Beispiele: freie Termine im Kalender finden, ein Restaurant nach gewünschter Küche und Preisklasse heraussuchen und gleich einen Tisch reservieren.
Im Hintergrund nutzt der ChatGPT Agent sogenannte „Connectors“. Diese Tools – darunter Google Drive, GitHub oder SharePoint – sind schon länger Bestandteil von ChatGPT. OpenAI listet alle verfügbaren Connectors samt Hinweisen zur EU-Nutzung auf seiner Webseite. Noch nicht nutzbar ist die Gedächtnisfunktion „Memory“ für den Agenten. Hierzu laufen laut OpenAI weitere Sicherheitsprüfungen. Standardmäßig ist Memory in Deutschland ohnehin deaktiviert.
Intuitive Bedienung und volle Kontrolle für den Nutzer
Der ChatGPT Agent lässt sich in der gewohnten Benutzungsoberfläche von ChatGPT auswählen und per einfachem Prompt steuern. Praktisch: Während der Agent im Hintergrund arbeitet, sieht man seinen Denkprozess im Dialogfenster mitlaufen – und kann jederzeit eingreifen. Ergebnisse müssen vom Nutzer bestätigt werden, sodass keine Aktion ohne Einverständnis passiert, auch nicht bei sensiblen Informationen wie Kreditkartendaten. Wenn es mehrere passende Ergebnisse gibt, stellt der Agent diese übersichtlich in Tabellenform dar.
OpenAI zeigt in Beispielen auch komplexere Anwendungsfälle: gezielte Produktsuchen auf Etsy mit Bild- und Bewertungsfilter, das Finden von LinkedIn-Profilen mit spezifischen Kriterien oder gar das Auswerten von Börsenkursen und Preislisten.
Wichtig: Der ChatGPT Agent ist noch in einer frühen Entwicklungsphase, OpenAI spricht von „ersten Gehversuchen“. Entsprechend sind kleinere Fehler nicht ausgeschlossen. Weitere Details zur Funktionsweise und den Sicherheitsmechanismen will das Unternehmen in einer bald erscheinenden „System Card“ veröffentlichen.
