Kurz gesagt: Google macht den Zugang zu seiner Internetsuche an Schulen von der Freigabe integrierter KI-Funktionen abhängig. Ab Anfang 2027 sollen neue KI-Werkzeuge standardmäßig deaktiviert sein. Schulen können zwar auf zusätzliche Gemini-Produkte verzichten, eine Google-Suche ohne integrierte KI-Funktionen ist jedoch nicht vorgesehen. Die Entscheidung sorgt in den USA für deutliche Kritik.
Sollen Schulen selbst bestimmen können, ob Schülerinnen und Schüler KI-Funktionen nutzen? Google schränkt diese Entscheidungsfreiheit ein: Bildungseinrichtungen, die sämtliche KI-Funktionen des Konzerns sperren möchten, können auch die klassische Google-Suche nicht mehr bereitstellen. Das bestätigte Google gegenüber der New York Times.
Betroffen ist der sogenannte K-12-Bildungsbereich, der vom Kindergarten bis zur 12. Klasse reicht. Googles Bildungschef Chris Phillips begründet die Regelung mit der engen Verknüpfung von Internetsuche und künstlicher Intelligenz.
Neue KI-Lernwerkzeuge mit verpflichtender Freigabe
Parallel zur Entscheidung stellte Google die Funktion „Guided Learning“ vor. Sie soll Lernende schrittweise zur Lösung einer Aufgabe führen, anstatt fertige Antworten unmittelbar auszugeben.
Ein Pilotprojekt an ausgewählten US-Schulen soll im November 2026 beginnen. Über Google Classroom ist die Funktion laut Google bereits weltweit verfügbar. Der Konzern verweist zudem auf positive Rückmeldungen aus Kolumbien, Indien und Thailand.
Ab Anfang 2027 sollen diese und weitere KI-Funktionen für Schülerinnen und Schüler standardmäßig deaktiviert sein. Schulleitungen müssen sie ausdrücklich freischalten.
Allerdings bleibt die Wahlfreiheit eingeschränkt: Laut NBC News können Schulen die Google-Suche unabhängig von zusätzlichen Gemini-Produkten aktivieren. Automatisch generierte KI-Zusammenfassungen und andere integrierte Suchfunktionen bleiben dabei jedoch erhalten. Eine vollständig KI-freie Google-Suche steht damit nicht zur Verfügung.
Kritik an Googles Marktmacht
Die Entscheidung löst insbesondere in New York Widerstand aus. Bürgermeister Zohran Mamdani wirft Google vor, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen, um KI-Anwendungen an öffentlichen Schulen durchzusetzen. Unternehmen dürften nicht darüber bestimmen, wie Kinder unterrichtet werden.
Auch die frühere Vorsitzende der US-Handelsaufsicht FTC, Lina Khan, kritisiert das Vorgehen. Sie sieht darin eine Benachteiligung von Bildungseinrichtungen, die sich gegen den zunehmenden KI-Einsatz im Unterricht entscheiden.
KI-Integration wirft grundsätzliche Fragen auf
Die Kontroverse betrifft mehr als den schulischen Einsatz einzelner KI-Werkzeuge. Sie verdeutlicht, wie die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz in etablierte digitale Dienste die Entscheidungsfreiheit von Bildungseinrichtungen einschränken kann.
Schulen stehen damit vor einer grundlegenden Abwägung: Wollen sie auf die Google-Suche zugreifen, müssen sie zumindest deren integrierte KI-Funktionen akzeptieren. Die getrennte Entscheidung über klassische Suchdienste und KI-Unterstützung ist nicht mehr vollständig möglich.
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