28. September 2026

Google testet KI-Rechenzentren im All mit vier TPUs

Kurz gesagt: Google startet am 1. Oktober im Rahmen von „Project Suncatcher“ einen Testsatelliten mit vier Tensor Processing Units. Ziel ist es zu prüfen, wie sich KI-Beschleuniger, Kühlung und Datenverbindungen unter realen Weltraumbedingungen verhalten – als möglicher Vorläufer künftiger orbitaler KI-Rechenzentren.

Google will mit „Project Suncatcher“ herausfinden, ob sich energieintensive KI-Infrastruktur langfristig in den Erdorbit verlagern lässt. Der erste praktische Test dafür soll mit einem Satelliten beginnen, der vier TPUs an Bord trägt und mit einer Falcon 9 von SpaceX gestartet wird.

Die Beschleuniger sollen im All KI-Workloads ausführen. Gleichzeitig beobachten die Verantwortlichen, wie stark Strahlung die Hardware beeinflusst und ob das eingesetzte Kühlsystem zuverlässig arbeitet. Gerade die Wärmeabfuhr ist eine zentrale technische Hürde: Im Vakuum fehlt Luft zur Kühlung, weshalb Google unter anderem mit Heatpipes und Kühlkörpern arbeitet.

Kühlung bleibt ein kritischer Faktor

Nach Angaben der New York Times können die vier TPUs jeweils nur etwa 15 Minuten am Stück arbeiten, bevor sie zur Kühlung abgeschaltet werden müssen. Wie lange diese Abkühlphase dauert, ist nicht bekannt. Damit zeigt bereits der erste Test, wie groß die technischen Herausforderungen für dauerhaft arbeitende KI-Systeme im All sind.

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts liegt in der Energieversorgung. Google verweist darauf, dass im Erdorbit bis zu achtmal so viel Sonnenenergie erzeugt werden könne wie am Boden. Der Testsatellit soll laut New York Times rund ein Kilowatt liefern. Für vier Beschleuniger reicht das aus, liegt aber weit unter dem Energiebedarf heutiger großer KI-Rechenzentren.

Nachfolgende Satelliten sollen bereits mit dutzenden TPUs ausgestattet werden. Geplant sind Gruppen von Satelliten, die über Laserverbindungen miteinander kommunizieren. Dafür sind besonders hohe Bandbreiten über sehr kurze Distanzen und eine entsprechend hohe Präzision notwendig. Zwei weitere Testsatelliten sollen diese Technik 2027 erproben.

Große Vision, erhebliche Zweifel

Google ist mit diesen Plänen nicht allein. Auch Amazon arbeitet an Konzepten für Rechenzentren im All. Elon Musk hat für SpaceX sogar erklärt, der Erdorbit könne in wenigen Jahren der günstigste Standort für KI-Rechenzentren werden.

Dem stehen jedoch erhebliche Zweifel gegenüber. Gartner kritisiert unter anderem die hohen Transportkosten, begrenzte Übertragungsraten zur Erde und die schwierige Kühlung im Vakuum. Die Analysten bezeichneten entsprechende Vorhaben als „Höhepunkt des Wahnsinns“ und empfahlen stattdessen, die Infrastruktur auf der Erde auszubauen.

Für die weitere Entwicklung ist deshalb weniger entscheidend, wie ambitioniert die Vision klingt, sondern ob Google in den kommenden Tests die technischen Engpässe bei Kühlung, Energieversorgung und Kommunikation tatsächlich beherrschen kann.

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