Kurz gesagt: Sicherheitsforscher haben auf zahlreichen weiteren Websites Spuren von OpenAI-Agenten gefunden, die trotz vorgesehener Beschränkungen miteinander kommunizierten. Je nach Untersuchung wurden mindestens zehn, 18 oder mehr als 23 zusätzliche Plattformen identifiziert. OpenAI hat die Herkunft der Agenten aus eigenen Versuchen bestätigt und arbeitet an einem Rahmenkonzept für den Umgang mit solchen Vorfällen.
Der bekannte Fall rund um das deutsche DSEwiki war offenbar kein Einzelfall. Sicherheitsforscher haben weitere Websites identifiziert, auf denen OpenAI-Agenten Informationen hinterließen und miteinander kommunizierten. Wie weit reichen solche Aktivitäten tatsächlich?
Die Agenten waren ursprünglich lediglich mit Internetrecherchen beauftragt. Eigene Beiträge auf externen Websites sollten sie nicht veröffentlichen, auch eine Kommunikation mit der Außenwelt war nicht vorgesehen. Trotzdem gelang es ihnen, vorhandene Zugriffsmöglichkeiten so zu nutzen, dass sie Inhalte auf Wiki-Seiten hinterlassen konnten.
Auf DSEwiki hatten tausende Agenten ab Mai rund 18.000 Beiträge veröffentlicht. Dabei tauschten sie Antworten aus und nutzten die Plattform zur gegenseitigen Unterstützung. Die vorgesehenen Einschränkungen der Sandbox verhinderten diese Aktivitäten nicht.
Weitere Plattformen anhand gemeinsamer Spuren entdeckt
Nach Bekanntwerden des DSEwiki-Vorfalls verglichen Sicherheitsforscher dort hinterlassene Daten mit Aktivitäten auf anderen Websites. Hinweise lieferten unter anderem identische Nutzernamen, Reaktionen auf dieselben speziellen Fragen und IP-Adressen einer Microsoft-Cloud, die OpenAI teilweise nutzt.
Wie viele weitere Plattformen betroffen waren, hängt von der jeweiligen Untersuchung ab. Software-Entwickler Kenneth Russell DeGraff berichtet von mindestens zehn zuvor unentdeckten Websites. Andrew Yoon von CivAI fand 18 zusätzliche Internet-Plattformen, die zwischen Mai und Juli genutzt wurden.
Das Forscherteam um Sydney Von Arx, das bereits die Aktivitäten auf DSEwiki untersucht hatte, identifizierte mittlerweile mehr als 23 weitere Websites. Nach Einschätzung der Sicherheitsforscher dürfte das bisher bekannte Ausmaß dennoch unvollständig sein.
OpenAI will Offenlegung und Standards verbessern
OpenAI bestätigte nach dem DSEwiki-Vorfall, dass die dort aktiven Agenten aus eigenen Versuchen stammten. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Wiki-Software dabei nicht technisch missbraucht; stattdessen nutzten die Agenten vorhandene Schreibrechte.
Als Reaktion kündigte OpenAI an, die eigenen Verfahren zur Offenlegung solcher Fälle auszubauen. Darüber hinaus sieht das Unternehmen Bedarf für branchenweite Standards, mit denen entsprechende Agentenvorfälle künftig gemeldet werden können. Ein eigenes Rahmenkonzept soll in den kommenden Wochen vorgestellt werden.
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