27. August 2026

Schwarz Digits plant KI-Rechenzentrum mit bis zu 1 Gigawatt bei Rostock

Kurz gesagt: Schwarz Digits plant in Dummerstorf bei Rostock ein KI-Rechenzentrum mit zunächst 240 Megawatt Leistung und Investitionen von rund 5,6 Milliarden Euro bis 2033. Ein späterer Ausbau auf bis zu 1 Gigawatt wird erwogen. Der Standort profitiert von hoher regionaler Wind- und Solarstromproduktion, vorhandener Netzinfrastruktur und der geplanten Nutzung der Abwärme für Rostocks Fernwärmenetz.

In Mecklenburg-Vorpommern könnte eines der größten Rechenzentren Deutschlands entstehen. Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz Gruppe hinter Lidl, Kaufland und StackIT, plant in Dummerstorf bei Rostock eine Anlage mit zunächst 240 Megawatt Anschlussleistung. Warum ist gerade dieser Standort für ein leistungsfähiges KI-Rechenzentrum interessant?

Bis 2033 will die Schwarz-Gruppe rund 5,6 Milliarden Euro in Dummerstorf investieren. Ein großer Teil dieser Summe dürfte auf die benötigten KI-Server entfallen. Gleichzeitig denkt das Unternehmen bereits über deutlich größere Dimensionen nach: Ein späterer Ausbau auf bis zu 1 Gigawatt wird erwogen. Aus heutiger Sicht würde der Standort damit zu den größten Rechenzentren Deutschlands zählen.

Auch im Zusammenhang mit den von der EU-Kommission ausgeschriebenen „AI Gigafactories“ ist Schwarz Digits relevant. Das Unternehmen gilt als sicherer Bewerber und dürfte dabei gemeinsam mit der Deutschen Telekom antreten.

Standort mit Energie- und Wärmepotenzial

Die Planungen für Dummerstorf laufen bereits länger. Laut Presseberichten wurde das Projekt durch die Freo Group vorangetrieben, während die Gemeinde ihre Planungen für das „Gewerbe- und Logistikzentrum Ostsee 3.0“ bereits im Oktober 2025 angepasst hatte.

Das Gewerbegebiet liegt nahe dem Autobahnkreuz A19/A20 und rund acht Kilometer vom Rostocker Stadtzentrum entfernt. Für den energieintensiven Betrieb ist besonders die regionale Stromversorgung relevant: In Mecklenburg-Vorpommern wird deutlich mehr Strom aus Windkraft und Photovoltaik erzeugt, als das Bundesland selbst verbraucht. Wenige Kilometer entfernt befinden sich mit der Konverterstation Bentwisch zudem ein Anschluss an Offshore-Windkraft und ein großes Umspannwerk.

Auch die beim Betrieb entstehende Abwärme soll genutzt werden. Laut einer Absichtserklärung ist vorgesehen, sie in das Rostocker Fernwärmenetz einzuspeisen, das bereits rund 40 Prozent des gesamten Wärmebedarfs der Stadt deckt.

Schwarz Digits baut Cloud-Infrastruktur weiter aus

Dummerstorf ist nicht das einzige Großprojekt des Unternehmens. In Lübbenau in Brandenburg entsteht bereits ein Rechenzentrum mit 200 Megawatt Leistung und einem Investitionsvolumen von rund 11 Milliarden Euro. Auch dort ist eine Nutzung der Abwärme vorgesehen. Parallel verfolgt Schwarz Digits das Ziel, zum größten Cloud-Anbieter Europas zu werden und hat zuletzt in Bad Friedrichshall nahe Heilbronn einen neuen Campus für 3.500 Mitarbeiter eröffnet.

Der Ausbau reiht sich in eine größere Entwicklung ein. In Deutschland sind weitere Rechenzentren mit mehreren Hundert Megawatt geplant oder bereits im Bau, darunter Projekte von Microsoft, NTT und Telis. Gleichzeitig verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland deutlich zu vervielfachen – wobei die konkrete Umsetzung dieser Ausbaupläne auch auf Kritik stößt.

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