24. August 2026

AIS.chat bringt geschützte KI-Nutzung an Sachsen-Anhalts Schulen

Kurz gesagt: Sachsen-Anhalt führt AIS.chat als geschützten KI-Chatbot für Schulen ein. Das System soll den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Unterricht ermöglichen und zugleich KI-Kompetenzen bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern fördern.

Mit AIS.chat steht Schulen in Sachsen-Anhalt seit Beginn des neuen Schuljahres ein weiterer KI-Dienst für den Unterricht zur Verfügung. Der zuvor unter dem Namen Telli bekannte Chatbot soll Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern einen geschützten Zugang zu Künstlicher Intelligenz ermöglichen. Doch im Mittelpunkt steht nicht allein die Nutzung der Technik, sondern auch ein besseres Verständnis ihrer Möglichkeiten und Grenzen.

Bildungsminister Jan Riedel betont, dass Kinder KI nicht nur bedienen, sondern auch ihre Funktionsweise und ihre Grenzen einschätzen können sollen. Dazu gehört insbesondere das Bewusstsein, dass auch überzeugend formulierte Antworten falsch sein können und eigenes Denken sowie Urteilsvermögen weiterhin erforderlich bleiben.

Open-Source-Lösung für alle Bundesländer

AIS.chat ist Teil des Adaptiven Intelligenten Systems und wurde im Auftrag aller 16 Bundesländer von der FWU gGmbH als Open-Source-Lösung entwickelt. In Sachsen-Anhalt ergänzt das System den bereits bestehenden landeseigenen KI-Dienst emuKI. Die bisherige Auftragsvergabe und Finanzierung des Projekts, teilweise aus Mitteln des DigitalPakts, waren wiederholt Gegenstand von Kritik.

Nach Angaben der Verantwortlichen laufen die angebundenen Sprachmodelle ausschließlich auf Servern innerhalb der EU. Nutzungsdaten sollen weder an Dritte weitergegeben noch zum Training der zugrunde liegenden Sprachmodelle verwendet werden.

Die Anmeldung erfolgt bundesweit über VIDIS, in Sachsen-Anhalt über das Single Sign-on des Bildungsservers. Zur Verfügung stehen unter anderem Modelle von OpenAI, Meta und Mistral. Welche davon in Sachsen-Anhalt konkret freigeschaltet sind, hat das Land bislang nicht veröffentlicht. Die Bundesländer können selbst festlegen, welche Modelle sie einsetzen möchten.

Nutzung setzt KI-Kompetenzschulung voraus

Bevor Lehrkräfte AIS.chat verwenden können, müssen sie eine KI-Kompetenzschulung absolvieren. Wer bereits für emuKI freigeschaltet wurde, benötigt laut Bildungsserver Sachsen-Anhalt keine erneute Schulung.

Im Unterricht kann AIS.chat beispielsweise bei der Vorbereitung von Unterrichtsentwürfen oder bei der Anpassung von Aufgaben an unterschiedliche Lernniveaus unterstützen. Schülerinnen und Schüler benötigen für die Nutzung weder ein eigenes Konto noch einen Klarnamen. Lehrkräfte können für konkrete Unterrichtssituationen Zugänge zu vorbereiteten Lernszenarien bereitstellen.

Der heutige Name AIS.chat geht auf markenrechtliche Gründe zurück: Seit Mai 2026 wird die frühere Bezeichnung Telli nicht mehr verwendet. Niedersachsen hatte den Chatbot noch unter dem alten Namen landesweit eingeführt, Berlin startete bereits im Mai 2026 offiziell mit AIS.chat. Bremen gehörte im Sommer 2025 zu den ersten Bundesländern, die das System einsetzten.

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